Vitalstoffe
Melatonin - ein Superhormon?
Im Rahmen seiner "Dietary Supplement Health and Education Act" hat 1994 der amerikanische Kongress die allgemeine Verkaufsfreigabe für nahezu alle natürlichen Substanzen verfügt, welche im weitesten Sinne den Nahrungsergänzungsmitteln zugerechnet werden können. Darunter befinden sich auch zahlreiche Präparate, die sowohl präventiven wie auch therapeutischen Zielen und Zwecken dienen können. Damit kann heute praktisch die gesamte Palette bewährter Naturheilmittel verhältnismäßig preisgünstig in amerikanischen Supermärkten eingekauft werden.
Besondere Bedeutung kommt dabei bestimmten Hormonen und Prohormonen zu, die ebenfalls auf der Liste der frei erhältlichen Produkte figurieren. Allen voran dem körpereigenen "Schlafhormon" Melatonin, welches in der menschlichen Zirbeldrüse gebildet wird und der Steuerung der Schlafphasen dient. Schlafprobleme im Alter sind häufig auf einen Mangel an Melatonin zurückzuführen, nimmt doch die Fähigkeit der Zirbeldrüse zur Produktion dieses Hormons mit fortschreitendem Alter stark ab.
Innerhalb kürzester Zeit fanden Melatonin-Präparate in den USA starke Verbreitung. Millionen von Amerikanern entdeckten das Hormon als Schlafpille, welche nicht mit unerwünschten Nebenwirkungen belastet ist und sich zur Dauereinnahme eignet. Zusätzliche Attraktivität erhält das Hormon durch Untersuchungen, welche die Vermutung nähren, dass Melatonin den Altersprozess verlangsamen und der Entstehung der gefürchteten Alzheimer-Krankheit vorbeugen könne.
Auch in Europa stießen Melatonin-Präparate aus USA deshalb auf großes Interesse, anderseits aber auf den starken Widerstand der Gesundheitsbehörden. Diesen fiel die Aufgabe zu, den aus handelspolitischen Erwägungen verhängten Importstopp gegen amerikanisches Rindfleisch mit der gesundheitlichen Bedenklichkeit der dort üblichen Anreicherung des Futters mit Hormonen zu begründen. Eine Freigabe hormoneller Präparate für den menschlichen Konsum hätte diese Begründung, um deren Stichhaltigkeit nach wie vor wissenschaftlich und juristisch hart gerungen wird, konterkariert.
Die involvierten Registrierungsbehörden begründeten ihre Weigerung, Melatonin einem vereinfachten Marktzulassungsverfahren zu unterziehen, mit den fehlenden Erkenntnissen über die Langzeitwirkung entsprechender Präparate. Inzwischen sind jedoch seit der Einführung von Melatonin, welches in den USA mittlerweile zu den meistverwendeten Supplementen zählt, 8 Jahre vergangen. Dies, ohne dass irgendwelche signifikanten Nebenwirkungen beobachtet werden konnten. Ungeachtet dessen halten die zuständigen Gesundheitsbehörden Deutschlands, der Schweiz und einiger weiterer europäischer Länder noch immer an ihrer ablehnenden Haltung fest.
Personen, die entsprechende Präparate für sich nutzen wollen, bleibt deshalb nach wie vor keine andere Wahl, als diese in den USA oder in einem europäischen Land mit liberalerer Zulassungspraxis zu beschaffen.
Quelle: pte online
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