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Ein hohes Lebensalter in Gesundheit zu erreichen, wird von vielen gewünscht. Altern ist dagegen etwas anderes. Altern ist der kontinuierliche Verfall unserer körperlichen und mentalen Kapazitäten im Laufe des Erwachsenenlebens. Die Folgen sind ein Schrumpfen und Welken der Organsysteme, nachlassende Funktionen und schließlich die Entwicklung degenerativer Alterskrankheiten.
Während die beginnende Hautalterung schon bei 30-Jährigen zu bemerken ist, benötigt das Knochensystem zwanzig Jahre mehr, bis die Knochendichte deutlich nachgelassen hat und dann die Häufigkeit von Knochenbrüchen sprunghaft ansteigt. Nicht nur die Hautalterung, die Gewichtsverschiebung von der Muskel- zur Fettmasse hin, die Arthrose und Osteoporose, die Arteriosklerose mit Herzinfarkt oder Schlaganfall, Störungen des Immunsystems und Neigung zu malignen Entartungen wurden als unschöne Folgen der Altersprozesse erkannt, auch Stimmungs- und Schlafstörungen sowie Gedächtnisminderungen bis zur Altersdemenz hin und vieles mehr gehören dazu. Solche „natürlichen" Altersveränderungen sind heute zunehmend als Krankheit und wegen ihrer Häufigkeit als Volkskrankheit eingestuft. Natürliches Altern als Verfall des Körpers ist also nicht erstrebenswert noch ist es gesund, ja es ist heute die häufigste Ursache von Krankheit und vorzeitigem Tod überhaupt.
Fördere die Gesunderhaltung!Altersprozesse als wichtige Auslöser von Krankheiten zu beeinflussen, stellt also eine enorme Herausforderung an die heutige Medizin dar. Medikamentöse Behandlungen können oft nur mäßig und kurzfristig einige Symptome lindern, operative Maßnahmen sind belastend, risikoreich und nur begrenzt möglich, für viele bleibt – neben dem vorzeitigen Tod – dann nur der Pflegefall übrig. Ursachenbezogene Abhilfen sind aber schon heute möglich und werden von der Medizin zunehmend eingesetzt. Dieses Ziel haben sich besonders Ärzte aller Fachrichtungen, die auf Anti-Aging-Medizin spezialisiert sind, auf die Fahne geschrieben: Bekämpfe die Alterungsprozesse und seine Folgen, fördere die Gesunderhaltung! Früherkennung wichtigEin wichtiger erster Aspekt ist die Früherkennung von Krankheiten. Warum sollte man darauf warten, bis ein Herzinfarkt oder ein Knochenbruch eingetreten ist, wenn es doch viel leichter ist, eine beginnende Erkrankung zu behandeln. Zur Früherkennung von Alterskrankheiten muss und kann viel mehr getan werden, als lediglich den Cholesterinspiegel im Blut oder den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Schon heute steht ein großes Arsenal von sinnvollen diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung. Hieraus leiten sich dann gezielt Behandlungsmaßnahmen gegen die sich bereits entwickelnden degenerativen Alterskrankheiten ab, von Hinweisen auf die Lebensführung, Nahrungsergänzungen bis hin zum Ausgleich hormoneller Defizite. Prävention unerlässlichEin weiterer Aspekt ist die Prävention, also der Einsatz vorbeugender Maßnahmen. Viele fragen mit Recht, wieso man eigentlich erst eine Erkrankung entstehen lassen muss, wenn es doch schon vorher Risikofaktoren zu erfassen gibt. Hier unterscheiden wir einerseits „angeborene Risiken", die also meist genetisch bedingt und oft familiär gehäuft auftreten können. Wer also beispielsweise eine angeborene Störung im Vitamin-D-Stoffwechsel (mit hohem Risiko zur Osteoporose) oder bei den Blutfetten bzw. Gerinnungsfaktoren (mir hohen Risiken zu Herzinfarkt, Thrombose, Schlaganfall) hat, sollte schon präventiv handeln, bevor überhaupt erste Krankheitsanzeichen auftreten. Genchip-Analysen („Snips") entwickeln sich zu einem der zukunftsträchtigsten Diagnosemittel in der Präventionsmedizin. Zum anderen unterscheiden wir hier die Gruppe der "schlechten Angewohnheiten". Dazu kann man all die Nachlässigkeiten der Lebensführung zusammenfassen, die mit höheren Gesundheitsrisiken verbunden sind. So sollte der Organismus weder über- noch unterfordert werden, sei es durch falsche körperliche oder emotionale Belastungen (Unter- oder Überstress in jeder Form), durch falsche und inkomplette Ernährung, zu viel Giftstoffe (zum Beispiel Nikotin, Alkohol, Chemie) oder Umwelteinflüsse inklusive Radioaktivität und UV-Licht. Gerade die Bedeutung und das Zusammenspiel von Vitaminen, Antioxidanzien, Spurenelementen und Präkursoren (Vorstufen) wichtiger körperlicher Substanzen werden oft noch zu wenig bedacht, teilweise auch als Folge eines Informationsmangels. Dies gilt auch für Hormone, die im Körper eine wichtige Rolle spielen. Die Natur hat zum Aufbau, zur Regeneration und dem Erhalt unseres Körpers und seiner Funktionen auch Hormone vorgesehen. Ohne sie können wir nicht gesund leben. Wer gegen Hormone ist, hat wenig Verständnis von der Biologie. Er mag ebenso übersehen, dass er ja selbst vielleicht vierzig Jahre lang nicht trotz, sondern wegen seiner natürlichen hohen Hormonspiegel bestens und gesund gelebt hat. Sind hier also Defizite zu erkennen, wie meist im Alter, ist ein gewisser Ausgleich innerhalb niedrig-natürlicher Blutspiegel gesunder Erwachsener angezeigt. Hier arbeitet die Forschung, den jeweils richtigen und damit weitgehend nebenwirkungsfreien Hormonersatz zu finden. Aufklärung und das Zusammentragen wichtiger Erkenntnisse, wie in dem vorliegenden Lexikon geschehen, können dazu einen bedeutsamen Beitrag liefern. Anti-Aging-LexikonWissenschaftler aller Fachrichtungen arbeiten weltweit intensiv an der Erforschung der Alterungsprozesse und an Maßnahmen, diese für unsere Gesundheit günstig zu beeinflussen. Auch wenn heute die komplexen Phänomene des Alterns noch nicht vollständig verstanden werden, enthebt uns das nicht unserer ärztlichen Verantwortung: Nämlich dem heute lebenden und Rat suchenden Patienten das an Informationen und Möglichkeiten anzubieten, was heute bereits als bewährtes Wissen vorhanden ist. Wer hierdurch seine Gesundheit länger erhält, erfährt weniger Leid und mehr Lebensfreude und kann morgen auch in den Genuss weiterer Erkenntnisse gelangen.
Die Bevölkerung kann und sollte sich vielfältig über Maßnahmen der Präventions- und Anti-Aging-Medizin informieren. Auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, haben das mit dem Kauf dieses Buchs getan. Es bietet Ihnen in praktischer, alphabetischer Reihenfolge einen Überblick über die Vielfalt der Möglichkeiten einer modernen Anti-Aging-Medizin. Hierbei wird der derzeitige Wissensstand in leicht lesbarer Sprache vermittelt. Überzeugend ist das innovative Konzept der Autoren, erstmals in Form eines Lexikons die wichtigsten Begriffe aus dem Bereich des Anti-Aging kurz und prägnant zu erläutern, hierbei auch kontrovers diskutierte Forschungsergebnisse aufzuzeigen sowie auf weiterführende Literatur und Internetseiten zu verweisen. Leserinnen und Leser finden nicht nur Erklärungen und Hinweise zu modernen Medizinbegriffen, wie „Neurogenese" oder „Snips-Methode", sondern auch Verweise auf interessante Randgebiete, wie „Anti-Aging-Praline" oder „Enzym-Hefe". Der gelungene Überblick lädt ein, die vielfältige Begriffswelt der Anti-Aging-Medizin kennen zu lernen und sich darin zu vertiefen.
München, im Januar 2007 Privatdozent Dr. med. Alexander Römmler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin e.V., GSAAM, München Anti-Aging-Lexikon
Kallabis, Wolfgang/Kastner, Angelika: Das Anti-Aging-Lexikon. Alles Wissenswerte von A-Z. Mit großem Serviceteil. 1. Auflage September 2007, 256 Seiten. Herbig Verlag, München.
ISBN: 978-3-7766-2542-4 19,90 EUR D/20,50 EUR A/34,90 CHF |