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Thalasso - die heilenden Kräfte des Meeres nutzen Drucken E-Mail

Nach einem Urlaub am Meer fühlen sich die meisten wie neugeboren. Die Haut ist klarer, der Teint gleichmäßiger, die Haare glänzend und die Laune bestens. Doch das Wohlbefinden ist nicht nur Folge angenehmer Urlaubserlebnisse – ein paar Tage am Meer können wirklich schöner und gesünder machen, denn Salzwasser und Sonne, Spurenelemente und ionisierte Teilchen in der Luft, Algen und Schlick haben zahlreiche positive Eigenschaften.

   
Bereits die Griechen wussten, dass das Meer einen wichtigen Beitrag für unsere Gesundheit und Schönheit leisten kann. Aus diesem Grund wird auch das griechische Wort für „Meer“, „Thalasso“ häufig für die Therapien mit Meeresprodukten = Thalassotherapie verwendet.

Ein Aufenthalt am Meer kann sich positiv auf verschiedene Erkrankungen und Beschwerden auswirken: Der Aufenthalt im Reizklima von Nord- und Ostsee bekommt den meisten Allergikern besonders gut, denn hier ist die Luft arm an Allergenen und Umweltschadstoffe. Zahlreiche Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne bessern sich unter dem Einfluss von Sonne und Salzwasser. Die Schilddrüse, ein wichtiges Stoffwechselorgan des Körpers, wird in der Seeluft ausreichend mit dem Spurenelement Jod versorgt. Knochenbrüche heilen im warmen Salzwasser schneller, denn die Bruchstelle wird besser durchblutete. Doch im Meer steckt auch eine geballte Schönheitskur, die man inzwischen sogar zuhause genießen kann.

Zahlreiche Untersuchungen konnten inzwischen belegen, dass „Meeresprodukte“ wie Salzwasser, Schlick und Algen auch in der Kosmetik vielseitig einsetzbar sind.

Algen

Einen wahren Siegeszug in der Kosmetik haben Algenprodukte in den letzten Jahren erlebt. Auszüge aus den Meerespflanzen kommen in Form von Cremes, Masken, Peelings, Gels oder Ampullen zum Einsatz. Wirkstoffe und Bestandteile der Algen wurden schon lange in der Naturheilkunde, von der Lebensmittelindustrie und in der Pharmazie verwendet. Die Bretonen nennen die Algen nicht umsonst „Brot des Meeres“. Algen sind hervorragende „Energielieferanten“, denn sie bestehen zu 80 Prozent aus Kohlenhydraten (Zuckerverbindungen) und sind dabei extrem fettarm. Der Fettgehalt der Algen beträgt nur ein bis zwei Prozent. Algen sind besonders reich an Spurenelementen, Mineralstoffen und Eiweißbausteinen. Ein Kilo Algen enthält die Wirkstoffe aus 100.000 Litern Meerwasser. Im Meer bestehen die Algen bis zu 90 Prozent aus Wasser, im getrockneten Zustand sinkt der Flüssigkeitsgehalt auf 10 bis 20 Prozent ab.

Doch nicht jede der fast 26.000 bekannten festgewachsenen oder freischwimmenden Algen eignet sich zum Verzehr, zum Einsatz in der Kosmetik oder zur Herstellung von Arzneistoffen.
Für Algen stehen in der Kosmetologie drei verschiedene Verwendungsmöglichkeiten zur Verfügung: Als Zusatzstoff, als Trägersubstanz und als Wirkstoff. Algen werden unter anderem Masken, Gels oder Packungen als Zusatzstoff zugegeben. Als Trägerstoffe kommen vor allem Alginate oder Agar zum Einsatz. Interessant ist auch der Einsatz der Algen als Wirkstoff in Kosmetika. Den verschiedenen Algen, die Einsatz in der Kosmetikindustrie finden, werden unter anderem durchblutungsfördernde, hautberuhigende, gewebestraffende oder talgabsorbierende Eigenschaften nachgesagt. In zahlreichen Studien wurde die Wirkung von Algenextrakten überprüft: Unter anderem konnte nachgewiesen werden, dass Algenbestandteile die Zellerneuerung unterstützen, das Zellwachstum stimulieren und teilweise auch einen gewissen Schutz vor Keimen bieten (antimikrobielle Wirkung).

Das Wirkungsspektrum variiert in Abhängigkeit von der Algenart:
Den Algen Spirulina und Ascophyllum nodosum werden schlankheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Delesserta sanguinea zeichnet sich durch ihren hohen Gehalt an Vitamin K aus. Vitamin K spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung und ist vor allem für die Bildung von Gerinnungsfaktoren unerlässlich. Die Alge Chondrus crispus wirkt lindern bei Zahnfleischproblemen. Parphyra atropurpurea wird von den Hawaiianern bei Verbrennungen und Verletzungen der Haut aufgelegt. Die verschiedenen Arten der Laminaria zeichnen sich durch einen besonders hohen Jodgehalt aus. Das Spurenelement Jod kurbelt den Stoffwechsel an. Aus diesem Grund werden die verschiedenen Laminaria-Arten bevorzugt in Diätgetränken und Schlankheitscremes verwendet (Quelle: Alain Dogliani, D. Pradines-Robert)

Innerlich angewandt werden Algenprodukte als Nahrungsergänzung eingesetzt. Algen sind vor allem sehr gute Jodlieferanten. Dieses Spurenelement ist für die Funktion der Schilddrüse und zur Bildung von Schilddrüsenhormonen wichtig. Jod kurbelt den Stoffwechsel an und festigt das Bindegewebe. Auch der Zustand von Haut und Haaren hängt von einer optimalen Jodversorgung ab. Fehlt das Spurenelement, wird die Haut trocken und teigig, das Haar stumpf und glanzlos. Vor einer Anwendung jodhaltiger Produkte muss die Kosmetikerin allerdings nachfragen, ob der Kunde unter Schilddrüsenerkrankungen leidet. Sind Erkrankungen bekannt, muss der behandelnde Arzt entscheiden, ob jodhaltige Algenprodukte angewendet werden dürfen.
Auch andere lebenswichtige Spurenelemente kommen in Algen in größeren Mengen vor. So ist das darin enthaltene Spurenelement Zink ebenfalls wichtig für Haut und Haare. Zink wirkt sich nachweislich günstig auf eine unreine Haut und Akne aus. Bei Zinkmangel heilen Wunden schlechter, Nägel werden brüchig und die Haare können dünner werden oder vermehrt ausfallen. Auch für die Funktion des Immunsystems ist Zink unerlässlich.
Eine ähnlich günstige Wirkung bei unreiner Haut wird auch dem Spurenelement Schwefel, welches ebenfalls reichlich in Algen enthalten ist, nachgesagt.

Neben dem hohen Gehalt an Spurenelementen liefern Algen vor allem zahlreiche Eiweißbausteinen (Aminosäuren) und Mineralstoffe (Kalzium, Magnesium). Auch die Vitamine A, B3, C und E sind reichlich enthalten.

Salz und Meerwasser

„Während die Dermatologengeneration zwischen den Weltkriegen für nahezu alle Hautkrankheiten ein Bade- und Waschverbot empfahl, sind heute die Vorzüge der Balneophototherapie (Bade- und Lichttherapie) allgemein bekannt,“ erklärt Professor Dr. Wolfgang Küster, ärztlicher Direktor der TOMESA-Fachklinik für Haut- und Gelenkerkrankungen im hessischen Bad Salzschlirf. Vor allem Salzbäder (Solebäder) haben einen positiven Einfluss auf Erkrankungen, die mit einer verstärkten Verhornung oder Schuppenbildung einhergehen. Besonders gut auf Salzbäder sprechen deshalb die Schuppenflechte und die Fischschuppenkrankheit, die so genannte Ichthyose an. Eine ganz besonderer Wirkung wird häufig dem Toten Meer Salz zugesprochen. Dieses Salz unterscheidet sich vom herkömmlichen Kochsalz oder dem Salz, welches in der Nord- und Ostsee oder im Wasser des Mittelmeeres vorkommt, durch seinen besonders hohen Magnesiumgehalt. „Die Anwendung von Salz vom Toten Meer hat unter anderem durch den hohen Magnesiumgehalt auch einen entzündungshemmenden Effekt, da entzündungsfördernde Stoffe aus der Haut herausgelöst werden,“ weiß der Hautfacharzt Professor Dr. Küster, der das Tote Meer Salz zur Therapie zahlreicher Hautkrankheiten einsetzt. Niedrig konzentrierte Solebäder eignen sich sogar zur Behandlung der Neurodermitis.

Sonne und Licht

Besonders gute Therapieerfolge mit UV-Licht (Sonnenlicht) können bei der Schuppenflechte, bei Neurodermitis und auch bei Akne erzielt werden,“ erklärt Professor Dr. Wolfgang Küster, ärztlicher Direktor der TOMESA-Fachklinik. Wer unter diesen Hauterkrankungen leidet, bemerkt häufig eine Besserung des Hautzustandes im Sommer und besonders im Urlaub am Meer. „Bei Neurodermitis wirkt Sonnenlicht entzündungshemmend und bessert den Juckreiz,“ berichtet Küster. Bei der Schuppenflechte wird die überschießende Zellteilung, die für die starke Schuppung verantwortlich ist vor allem durch die UV-B-Strahlung verlangsamt. Die Akne lässt sich durch natürliches Sonnenlicht, aber auch durch eine UVA- oder UVB-Bestrahlung beim Hautarzt bessern. Durch das Licht wird die Talgdrüsenaktivität gebremst, die Neigung zu Pickeln lässt nach. Die Lichtbehandlung kann auch mit Salzbädern kombiniert werden. Man spricht dann von einer „Balneo-Photo-Therapie“ (= Bade-Licht-Therapie). Beide Behandlungsmethoden ergänzen sich hervorragend, die Wirkung wird verstärkt. Die Kombination ist sinnvoll, da sowohl die Bäder als auch die Lichtbestrahlung einen positiven Einfluss auf die entzündete Haut haben. Zudem ist die Lichtempfindlichkeit der Haut nach einem vorausgehenden Bad erhöht, die Lichttherapie wird effektiver.

Doch viele Menschen bemerken nach einem Urlaub am Meer auch noch einen anderen positiven Effekt: Die Stimmung wird besser. Verantwortlich für diesen stimmungsaufhellenden Effekt ist eine kleine, lichtempfindliche Drüse in unserem Gehirn, die Epiphyse, die für die Produktion verschiedener Hormone verantwortlich ist. Bei Dämmerung und Dunkelheit schüttet sie das Schlafhormon Melatonin aus, welches müde und träge macht. Helles Licht stoppt die Melatoninausschüttung und regt gleichzeitig die Bildung des stimmungsaufhellenden Botenstoffs Serotonin an. Die Lichtintensität am Meer ist - bedingt durch eine Reflexion des Lichtes auf der Wasseroberfläche und auf dem Sand - deutlich höher als im Binnenland. Diese Helligkeit bekommt vor allem Menschen, die zu „Winterdepressionen“ neigen gut.

Schlick und Schlamm

Auch der Schlamm aus dem Toten Meer, der so genannten „Black mud“ wird seit einiger Zeit in Europa kosmetisch genutzt. Dieser Schlamm sammelt sich zunächst auf dem Boden des Toten Meeres, steigt dann an die Wasseroberfläche und wird am Ufer herausgesiebt. Aufgrund seines Gehaltes an Kaolin, einer Art Tonerde, eignet sich dieser „Black mud“ besonders zur Behandlung fettiger, großporiger Haut. Durch regelmäßige Anwendung zum Beispiel in Form von Schlammmasken verfeinert sich ölige, unreine, zu Pickeln und Mitessern neigende Haut. Der feuchte Schlamm beruhigt und kühlt gereizte Haut. Überschüssiges Fett und Schmutz werden vom Kaolin wie von einem Löschblatt von der Hautoberfläche gelöst und aufgenommen. Nach und nach trocknet die Maske und wird zu einer isolierenden Schicht. Darunter erwärmt sich die Haut, die Durchblutung nimmt zu.

Adressen und Literatur

Literatur
Brigitta Klingel: Gesund und schlank mit der Algenküche. Südwestverlag 97, DM 19,80
Ingfried Hobert: Algen- und Thalassotherapie, Verlag Heinrich Hugendubel 99, DM 32,00

Kontaktadressen

Behandlung von Hautkrankheiten mit "Totes Meer Salz"

Tomesa-Fachklinik
Riedstraße 18
36361 Bad Salzschlirf
Tel: 06648/55-712
Fax: 06648/55707
http://www.tomesa.de/


Thalasso-Produkte, Algenkosmetik

Thalgo Cosmetik
Kriegsstraße 25-27
76133 Karlsruhe
Tel: 0721/38450-00
Fax: 0721/375934
http://www.thalgo.de/

Drogerie am Meer
Graf Wilhelm Str. 14
31515 Wunstorf-Steinhude
Tel.: 05033-8185
Fax.: 05033-390035

 
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