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Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum wir normalerweise müde werden, sobald es abends dunkel wird? Verursacht wird die Müdigkeit durch das Hormon Melatonin, welches von der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildet wird.
Mit unserer Nahrung, vor allem wenn wir Hülsenfrüchte wie Sojabohnen, Erbsen oder Bohnen, Meeresfrüchte, Eier, Schaffleisch, Bananen und Ananas essen, nehmen wir die Aminosäure Tryptophan in größeren Mengen auf. Unser Organismus bildet tagsüber daraus den Neurotransmitter (Botenstoff im Nervensystem) Serotonin. Sobald es dunkel wird - die Zirbeldrüse ist über den Sehnerv mit der Außenwelt verbunden - wird Serotonin in das Schlafhormon Melatonin umgewandelt. Dieses bewirkt, dass sich unser ganzer Organismus auf die bevorstehende Nachtruhe einstellt: Der Blutdruck sinkt, unser Herz schlägt langsamer, die Augen fallen uns zu. Um einen guten Schlaf zu gewährleisten, ist der Melatoninspiegel nach Mitternacht am höchsten, am frühen Nachmittag am niedrigsten. Doch was hat dieses Hormon, das scheinbar unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert, mit dem jung bleiben zu tun? Offensichtlich eine ganze Menge. Verpflanzt man die Zirbeldrüse, also die Melatonin-Produktionsstätte, von alten Mäusen in junge ein, so beginnen diese zusehends zu altern und versterben etwa ein Drittel früher, als ihre Artgenossen. Doch das Experiment funktioniert auch andersherum: Alte Tiere, die die hochaktiven Zirbeldrüsen der jungen Mäuse erhalten, werden plötzlich wieder agiler, fitter und ganz offensichtlich wieder jünger. Sie überleben ihre gleichaltrigen Artgenossen um bis zu fünfzig Prozent. Mischte man Mäusen Melatonin ins Futter oder ins Trinkwasser, leben diese 20 bis 30 Prozent länger als Kontrolltiere, denen das "Verjüngungshormon" nicht verabreicht wurde. Bei uns Menschen ist der Melatoninspiegel in der Kindheit hoch und nimmt dann kontinuierlich ab. Ob ein Melatoninmangel bei Erwachsenen der Grund für unsere Alterung ist, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass Melatonin, ähnlich wie die antioxidativen Vitamine A, C, E und die Spurenelemente Selen und Zink, als Radikalenfänger wirksam ist. Freie Radikale sind aggressive Teilchen, die sich täglich in unserem Körper bilden und unter anderem an der Entstehung von Krebs, Arterienverkalkung und vorzeitigen Alterungsprozessen beteiligt sind. Wird der Angriff der freien Radikale gebremst, verlaufen Alterungsprozesse langsamer. Offensichtlich handelt es sich bei Melatonin um einen besonders wirkungsvollen Radikalfänger, der auch im Inneren der Zellen wirkt. Vielen anderen Antioxidantien ist es nicht möglich, ins Zellinnere zu gelangen. Welche Melatonindosis ist am wirkungsvollsten? In Untersuchungen wurden Dosen von einem bis zehn Milligramm eingenommen. Die optimale Dosis ist aber sicher abhängig vom gewünschten Effekt. So können Sie den körpereigenen Melatonin-Spiegel beeinflussen!Auch der körpereigene Melatoninspiegel lässt sich beeinflussen. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf in einem möglichst dunklen Zimmer, denn Licht bremst augenblicklich die Produktion des Schlafhormons. Auch regelmäßige Entspannungsübungen wirken sich positiv auf den Melatoninspiegel aus. |