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Herzinfarkt-Vorboten - bei Frauen oft übersehen |
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fzm - Ein Herzinfarkt ereignet sich selten aus heiterem Himmel. Die meisten Menschen leiden schon Jahre vorher an einem Vorboten, der Angina pectoris. Bei Männern kommt es – meist nach körperlicher Belastung – zu einem Brustschmerz, der in den Hals und linken Arm ausstrahlen kann. Für den Arzt ein klarer Hinweis, dass eine Untersuchung des Herzens notwendig ist.
Frauen leiden häufiger unter Herzklopfen und Luftnot oder es wird ihnen kurz schwarz vor Augen. Dies sind Beschwerden, die Ärzte zunächst nicht an eine Verengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit, KHK), denken lassen, wie Privatdozent Uwe Zeymer vom Herzzentrum Ludwigshafen in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) berichtet. Selbst Fachärzte lassen sich täuschen. Zu den häufigsten Untersuchungen in ihrer Praxis zählt ein Belastungstest auf dem Fahrradergometer. Bei fast drei Vierteln aller Männer, die hier Schmerzen oder Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG) haben, zeigt sich später im Herzkatheter eine Verengung der Herzkranzgefäße. Bei den Frauen sind es weniger als die Hälfte. Auch andere Hinweise, wie ein früherer Herzinfarkt oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), sind bei Frauen seltener, wie Dr. Zeymer anhand einer Auswertung eines Krankenregisters belegt. Hier melden 99 deutsche Herzzentren ihre Patienten. Risikofaktore nehmen auch bei Frauen zuDamit Frauen mit KHK nicht übersehen werden, rät Dr. Zeymer seine Kollegen zu einen genauen Untersuchung. Auch die Risikofaktoren für die KHK sollten in die Entscheidung für eine Herzkatheteruntersuchung mit einfließen. Dort kann dann durch Erweiterung des Kranzgefäßes (Ballondilatation) und Platzieren eines Stents einem späteren Infarkt vorgebeugt werden. Die wichtigsten Risikofaktoren für den Infarkt sind erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte, Veränderungen im EKG und Tabakrauchen. Alle diese Risikofaktoren haben in den letzten Jahrzehnten bei Frauen zugenommen. Dr. Zeymer rechnet deshalb fest damit, dass auch die Zahl der Herzinfarkte bei Frauen weiter ansteigt. Umso wichtige seien die Früherkennung und eine rechtzeitige Katheterbehandlungen. J. Friedrich et al.: Prädiktiver Wert eines Ischämietests bei Männern und Frauen mit stabiler Angina pectoris im Klinikalltag. Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006; 131 (19): S. 1078-1084
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