Haut & Haare
Bräunungsverstärker - nicht alle sind ungefährlich
Eine braune, gepflegte Haut ist „in". Doch jeder bräunt – abhängig vom Hauttyp – ganz individuell. Vor allem Sonnenanbeter mit heller Haut wünschen sich, die Bräune schneller "hervorlocken" zu können. Was liegt daher näher als der Bräunung durch so genannte „Bräunungsverstärker" nach zu helfen. Bräunungsverstärker sollen die Neubildung und Reifung von des Hautpigmentes Melanin anregen und beschleunigen. In den 70er Jahren waren Zusätze wie Bergamottextrakte, Zitrus- oder Limonenöl beliebte Zusätze in Sonnencremes und Solarienprodukten, wenn es um die schnelle Bräune geht. Diese sind aber inzwischen weitgehend vom Markt verschwunden. Zu Recht, denn diese ätherischen Öle rufen eine so genannte „phototoxische“ bzw. „photoallergische“ Reaktion hervor: Die Haut wird nach der Anwendung lichtempfindlicher, es kommt oft schon nach kurzem Sonnenbad zu Entzündungen und sonnenbrandähnlichen Reaktionen. Nicht selten kommt es an der entzündeten Haut zu einer überschießenden Pigmentbildung, die im besten Fall relativ gleichmäßig ausfällt und so eine natürliche Sonnenbräune imitieren kann. Im ungünstigen Fall aber zu einer scheckigen und fleckigen, lang anhaltenden, kosmetisch aber eher störenden Bräunung führt.
Hautschonender scheinen hingegen Sonnenprodukte zu sein, die als „Bräunungsverstärker“ den Wirkstoff Tyrosin enthalten. Tyrosin ist ein im Körper vorkommender Eiweißbaustein (Aminosäure), der für die Bildung des Hautfarbstoffs Melanin unerlässlich ist. Die Zelle bildet Melanin nämlich in mehreren Schritten aus Tyrosin mit Hilfe des Enzyms Tyrosinase. Je aktiver dieses Enzym ist, desto reibungsloser läuft die Umwandlung von Tyrosin in Melanin ab. Auf Trab gebracht wird die Tyrosinase vor allem durch das Spurenelement Kupfer, das in der Nahrung vorhanden ist oder mit entsprechenden Präparaten dem Körper zugeführt werden kann. Allerdings müssen Tyrosin oder Kupfer in der Creme so „verpackt“ sein, dass die Wirkstoffe auch die Hautbarriere überwinden und in ausreichender Konzentration in die Haut gelangen können.
Manche Bräunungsbeschleuniger enthalten Bakterienlysate, die sich ebenfalls günstig auf das Bräunungsverhalten auswirken sollen. Allerdings liegen derzeit noch keine umfangreichen Untersuchungen über die Wirkungsweise dieser Zusätze auf die Pigmentbildung vor.
Die den Bräunungsverstärkern teilweise zugesetzten (Wal)nuss(schalen)extrakte zählen eher zu der Gruppe der Selbstbräunungsmittel. Diese Zusätze verstärken und unterstützen die Hautbräunung, indem sie eine Anfärbung der äußeren Hornhautschichten der Haut bewirken, das körpereigene Pigmentsystem jedoch nicht aktivieren.
Natürlich möchte man die mühsam erworbene Bräune auch möglichst lange erhalten. Hochwertige Bräungsbeschleuniger enthalten deshalb meist pflanzliche Öle oder Aloe-Vera, die die Haut mit ausreichend Fett und Feuchtigkeit versorgen. Pflanzenextrakte wie zum Beispiel Ringelblume (Calendula) oder Kamille beruhigen gereizte Haut und lassen unterstreichen die gepflegte Bräune.
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