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Hautpflege & Hautprobleme News
Auch Männerhaut braucht Pflege Drucken E-Mail

"Männer brauchen keine Kosmetik", so die weit verbreitete Meinung des starken Geschlechts. Noch vor ein paar Jahren war der Besuch eines Mannes im Kosmetiksalon undenkbar. Das hat sich inzwischen glücklicherweise geändert, doch Pflege gehört noch immer nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Männer.

Umfragen zu Folge geben fast 60 % der Männer für ihre Pflege weniger als 20 Mark monatlich aus. Shampoos sind dabei am beliebtesten.
  
   
Körperbehaarung

Talgdrüsen

Oberhaut

Schweißdrüsen

Bindegewebe

Fettschicht und Muskelgewebe

 

Körperbehaarung

Die Männerhaut ist deutlich behaarter. Zwischen 5000 und 25000 Haare befinden sich allein in einem Drittel des Gesichts, in der Bartzone. Unter dem Einfluss der männlichen Hormone (Androgene) werden Körper- und Barthaare bei Männern deutlich dicker als weiblichen Haare. Die Barthaare wachsen täglich um 0,4 mm, das entspricht fast 14 cm im Jahr.

Männer-Pflege: Ein Mann verbringt durchschnittlich 3000 Stunden bzw. 140 Tage seines Lebens damit, sich zu rasieren. Das bedeutete für die Haut eine ziemliche Strapaze.
Die tägliche Rasur ist wie ein Peeling, denn es werden nicht nur die Bartstoppeln entfernt, sondern täglich auch Hornschüppchen der obersten Hautschichten abgetragen. Dadurch ist die Haut im Gesicht oft leicht reizbar und besonders empfindlich. Vor allem bei trockener Haut wird die elektrische Rasur meist besser vertragen. Vor der elektrischen Rasur kann die Haut durch pflegende Produkte vorbereitete werden. Vor allem bei Neigung zu "Rasurbrand", sollte die Haut anschließend mit einer beruhigenden After-Shave-Lotion eincremen. After-Shave auf alkoholischer Basis verstärkt hingegen das Brennen, trocknet die Haut noch weiter aus und verstärkt die Reizung.
Bei sehr fettiger Haut hingegen wird ein After-Shave auf alkoholischer Basis oft recht gut vertragen. Viele Männer neigen zu einer so genannten Rasurfollikulitis. Dabei kommt es zu einer Entzündungen im Bereich der Barthaare, häufig treten auch Eiterpusteln auf. Verursacht wird die Rasurfollikulitis durch eine Verschleppung von Bakterien während der Rasur. Oft ist auch der schlecht gereinigte Rasierapparat voller Keime und begünstigt das Auftreten neuer Pickelchen. In diesem Fall sollten Einmal-Rasierer verwendet oder der Rasierapparat nach jeder Anwendung desinfizieret werden. Das verhindert die Verschleppung von Keimen.

Talgdrüsen

Auch die Talgproduktion und -ausscheidung wird durch Hormone gesteuert. Die männlichen Hormone wirken stimulierend auf die Talgproduktion. Männer besitzen zudem mehr Talgdrüsen. Diese sind auch größer und produzieren mehr Hautfett als die der Frauen. Pro zehn cm⊃2; Hautoberfläche produzieren Männer täglich zwei bis drei mg Talg, Frauen nur etwa 1,5 mg. Männerhaut ist deshalb in der Regel fettiger und großporiger.Eine Akne tritt deshalb bei Jungen in der Pubertät deutlich häufiger auf und verläuft auch in der Regel schwerer als bei Mädchen.

Männer-Pflege: In den Cremetopf der Partnerin zu greifen, bekommt Männerhaut oft schlecht, denn Frauenpflege ist meist zu fetthaltig. Besser verträglich sind Lotionen oder Gels mit geringem Fettanteil. Da die meisten jüngeren Männer zu Hautunreinheiten und Akne neigen, können auch desinfizierende Zusätze sinnvoll sein.

Schweißdrüsen

Körpergeruch entsteht vor allem durch die bakterielle Zersetzung des Schweißes. Zum typisch männlichen Körpergeruch führt die Verstoffwechslung des männlichen Sexualhormons Testosteron. Beteiligt am Abbau des Testosterons sind Bakterien. Die sogenannten Corynebakterien, die auf der Hautoberfläche und in den Haarfollikeln vorkommen, bauen die männlichen Hormone zu unangenehm riechenden Steroiden ab. Männer schwitzen durchschnittlich auch mehr und an anderen Stellen. Männer produzieren z.B. an der Stirn mehr Schweiß als Frauen. Ein häufiges Männerproblem sind auch die Schweißfüße. An keiner Stelle am Körper befinden sich so viele Schweißdrüsen, wie am Fuß. An heißen Tagen kann so bis zu 250 ml Fußschweiß entstehen. Luftundurchlässige Schuhe, Synthetikstrümpfe und warmes Wetter verschärfen die Situation.

Männer-Pflege: Tägliches Duschen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Wer Schwitzflecken im Designerhemd vermeiden möchte, sollte besser ein Antiperspirant (Hidrofugal) als nur ein Deodorant verwenden. Ersteres bremst nämlich auch die Schweißbildung, letzteres sorgt vor allem für guten Geruch, der Schweiß kann aber weiter rinnen. Vorsicht ist auch beim Rauchen oder übermäßigem Kaffeegenuss geboten. Koffein und Nikotin verstärken die Erregbarkeit der Schweißdrüsen, d.h. schon ein geringer Nervenimpuls kann einen Schweißausbruch hervorrufen. Doch nicht jeder reagiert auf Kaffee und Zigarette gleich stark, deshalb ausprobieren und einige Zeit ganz darauf verzichten. Wenn sich das übermäßige Schwitzen dann bessert, sollte langfristig der Kaffee- und Zigaretten-Konsum reduziert oder auf coffeinfreien Kaffee umgestiegen werden. Einer intensiven Behandlung bedürfen die Schweißfüße. Die Anwendung eines Deosprays oder -puders ist bei Neigung zu Fußschweiß meist unerlässlich.
Sollte das noch nicht ausreichen, um die Füße trocken zu halten, können zusätzlich auch Fußbäder mit schweiß- und geruchshemmender Wirkung angewendet werden. Meist muss ein starkes Antiperspirant, z.B. aluminiumchloridhaltige Präparate (Ansudor Emusion) aufgetragen werden. "Eine bewährte Therapie für hartnäckige Fälle ist die Leitungswasser-Iontophorese. Dabei werden schwache elektrische Ströme durch zwei Wasserbecken geleitet, in denen die Füße gebadet werden," erklärt Professor Dr. Küster, ärztlicher Direktor der TOMESA-Fachklinik für Haut- und Gelenkerkrankungen im hessischen Bad Salzschlirf. "Die Behandlung ist völlig ungefährlich und sehr wirkungsvoll."
Geeignet ist dieses Verfahren besonders bei Hand- und Fußschweiß. In Ausnahmefällen kann es auch zu Therapie einer übermäßigen Schweißproduktion in den Achselhöhlen angewendet werden. Zu Beginn der Therapie ist mindestens dreimal wöchentlich ein 10- bis 15-minütiges Hand- bzw. Fußbad notwendig. Zur Erhaltung des Therapieerfolgs sollte regelmäßig einmal pro Woche die Leitungswasser-Iontophorese angewendet werden. Die Erfolgsrate liegt bei fast 98%. Verschieden Geräte werden von der Firma Hidrex-GmbH Biomedizinische Technik, Wuppertal hergestellt. In vielen Fällen werden die Kosten von DM 1800,-- bis DM 2000,-- von den Krankenkassen übernommen. Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Geschäftsstelle. Bei extremer Schwitzneigung ist ein neues Verfahren oft die letzte Rettung. Mit Hilfe des Nervengifts Botulinumtoxin kann die Verbindung zwischen Nervensystem und Schweißdrüsen unterbrochen werden.
Auch wenn Botulinumtoxin, welches sich unter anderem in verdorbenen Konserven bildet, das giftigste aller bekannten Gifte ist, so stellt die medizinische Anwendung dieses Wirkstoffs durch einen erfahrenen Arzt ein sicheres und nebenwirkungsarmes Verfahren zur Behandlung überaktiver Schweißdrüsen dar. "Vor der ambulanten Behandlung muss der Fuß betäubt werden, da das Einspritzen der Lösung sonst recht schmerzhaft wäre. Die Wirkung hält in der Regel 6 bis 12 Monate, in Einzellfällen auch weniger als 6 oder mehr als 12 Monate an. Dann muss der Wirkstoff erneut injiziert werden," so Frau Dr. Susanne Breit, Ärztin an der Universitätshautklinik in München. Als Nebenwirkungen können Schmerzen und Blutergüsse durch die Injektionen auftreten. Diese bilden sich aber schnell wieder zurück.
"Das Mittel kann in seltenen Fällen auch zu einer Schwächung der kleinen Fußmuskeln führen, wodurch zum Beispiel das Gehen auf den Zehenspitzen erschwert sein kann," so Frau Dr. Susanne Breit, München. "Das kann zum Beispiel Balletttänzern Probleme bereiten. Aber auch diese Nebenwirkung bildet sich in ein bis zwei Monaten zurück." Ganz billig ist diese Behandlung allerdings nicht. Das Mittels selbst (Dysport, Botox)kostet zwischen DM 739,-- und 770,--. Hinzu kommen noch die Behandlungskosten (Zeit, Betäubung, Material), die von Klinik zu Klinik verschieden ist und meist über DM 1000,-- kostet. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht in jedem Fall. In Einzelfällen wurden die Kosten aber schon übernommen, vor allem, wenn der Versicherte dem Sachbearbeiter bei der Kasse das Problem persönlich geschildert hat.

Oberhaut

Die obere Hautschicht ist bei Männern um etwa 15 % dicker als bei Frauen, das Hautrelief ist gröber. Männerhaut ist durch den festeren Aufbau besser vor UV-Strahlen und Umwelteinflüssen geschützt als die empfindlicherer Frauenhaut, weshalb Männerhaut nicht ganz so schnell altert. Die Neigung zu übermäßiger Verhornungen ist allerdings stärker.

Männer-Pflege: Die tägliche Nassrasur wirkt wie ein Peeling und entfernt regelmäßig abgestorbene Hornschüppchen. Wer sich trocken rasiert, sollte sich einmal wöchentlich ein Gesichtspeeling gönnen. Das ist vor allem nach dem Sommer sinnvoll, denn durch das UV-Licht ist die Verhornung der Haut noch stärker geworden (Lichtschwiele). Neben mechanischen Peelingsubstanzen werden zunehmend auch chemische Stoffe wie Fruchtsäuren zur Entfernung abgestorbene Hautschüppchen eingesetzt. Vor der Rasur befreit ein vorsichtiges Peeling auch eingewachsene Haare und verbessert so das Rasurergebnis.

Bindegewebe

Die Bindegewebsstränge bilden bei Männern ein festes Netz und geben dem Gewebe dadurch eine besondere Stabilität. Bei der Frau verlaufen die Bindegewebsstränge fast parallel. Dieser Geschlechtsunterschied ist von Natur aus durchaus sinnvoll, denn nur durch das lockere Bindegewebe kann sich die Haut der Frau während einer Schwangerschaft enorm dehnen, ohne zu reißen. Das allerdings erhöht beim weiblichen Geschlecht die Anfälligkeit für Cellulite und schützt Männer weitgehend vor der "Dellenhaut". Dazu kommen noch hormonelle Faktoren, die Frauen anfälliger für Orangenhaut machen, den Männern aber wiederum einen gewissen Schutz vor Cellulite bieten. Zum einen tragen die weiblichen Geschlechtshormone, die Östrogene, dazu bei, das Bindegewebe noch elastischer und dehnbarer zu machen, zum anderen begünstigen diese Hormone die Einlagerung von Flüssigkeit ins Gewebe und die Bildung von Fettdepots. Die männlichen Hormone, die Androgene, fördern hingegen eher den Muskelaufbau und bremsen die Fetteinlagerung.

Männer-Pflege: Bei Männern ist eine Bindegewebsschwäche oder die Entstehung von "Cellulite" relativ selten. Dennoch können vor allem übergewichtige Männer durchaus zu schwachem Bindegewebe oder "Orangenhaut" neigen. Schuld an Bindegewebsschäden ist bei Männern häufig eine Kombination aus falscher Ernährung, übermäßiger Sonnenbestrahlung, Rauchen und Stress. Übertriebenes Sonnenbaden schädigt auch bei Männern das schützende Fasernetz des Bindegewebes. UV-Licht, vor allem UVA-Licht beschleunigt nämlich die Alterung von Haut und Bindegewebe. Die Bindegewebsfasern verlieren ihre Spannung, die Fettzellen können sich dann umso leichter durch die oberen Hautschichten drücken. Sonnenschutzprodukte schützen deshalb nicht nur vor Sonnenbrand und Hautalterung, sie beeinflussen auch in gewissem Maße die Entstehung von Cellulite. Wichtig ist hier ein hoher Schutzfaktor im UVA-Bereich. Stress bewirkt eine vermehrte Ausschüttung körpereigener Kortisone. Diese begünstigen auf Dauer Wassereinlagerungen und bewirken Veränderungen im Eiweiß- und Fettstoffwechsel mit Abbau von Muskelmasse und Zunahme des Fettgewebes. Zudem neigen viele Menschen in Stressphasen zu Heißhunger auf Süßes und Fettes. Natürlich lässt sich Stress nicht immer sicher vermeiden. Stressabbau, vor allem wenn er mit körperlicher Betätigung verbunden ist beugt in gewissem Maße der Celluliteentstehung vor. Wer sich trotz beruflicher und privater Belastungen täglich 20 Minuten Zeit für ein entspannendes Bewegungsprogramm (Spaziergänge, progressive Muskelentspannung) nimmt, baut dadurch Stresshormone auf und tut seiner Figur noch etwas Gutes. Problematisch für das Bindegewebe sind auch die Zigaretten. Nikotin verengt die Blutgefäße, die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und der Abtransport von Stoffwechselprodukten werden behindert. Zudem schädigen die sogenannten "Freien Radikale", das sind aggressive Teilchen, die sich durch Rauchen bilden, das Bindegewebe. Elastizität und Spannkraft gehen schneller verloren.

Fettschicht und Muskelgewebe

Fettgewebe kommt an verschiedenen Stellen des Körpers vor. Die größten Fettpolster befinden sich in der Unterhaut. Der Fettanteil am Körpergewicht beträgt bei einer normalgewichtigen Frau 24 % bis 28 %, bei einem normalgewichtigen Mann 12 % bis 14 %. Männer haben etwa 20 % mehr Muskelmasse als Frauen und setzen deshalb sie bis Mitte dreißig weniger Fett an.

Männer-Pflege: Ab dreißig dann werden im Laufe der Jahre bis zum 70. Lebensjahr etwa 50 % der Muskelmasse durch Fettzellen ersetzt, wenn "Mann" nicht mit Sport und Muskelaufbau dagegen angeht. Muskeln bringen nämlich zwei entscheidende Vorteile im Kampf gegen die Fettpölsterchen: Sie verdrängen das Fettgewebe und erhöhen den Grundumsatz, das heißt, jedes Gramm Muskelgewebe erhöht den täglichen Kalorienverbrauch. Auch ohne Sport verbrennt die Muskulatur nämlich deutlich mehr Kalorien als die gleiche Menge Fettgewebe. Ausdauertraining ist eine ideale Ergänzung zum Krafttraining, denn dadurch werden die Fettreserven angegriffen und verbrannt. Um eine möglichst gute Fettverbrennung durch Sport zu erreichen, sollte das Tempo eher langsam gewählt, dafür aber mindestens 30 Minuten durchgehalten werden. Wer das Training zu schnell angeht, verbraucht vor allem die Kohlenhydratspeicher des Körpers, die Fettreserven bleiben unberührt. Der ideale Trainingspuls zum Fettabbau liegt bei 130 bis 140 Schlägen pro Minute. Wenn eine kurze Unterhaltung auch während des Trainings möglich ist, ohne ganz außer Atem zu kommen, dann ist das Tempo richtig gewählt.
 
  
 Sie werden von immerhin 90 % der Männer verwendet. Duschgels (80 % aller Männer), After-Shaves (65 %) und Deos (etwa 60%) folgen auf den weiteren Plätzen. Doch diese Daten lassen sich auch ganz anders lesen: Jeder zehnte Mann verwendet demnach noch nicht einmal Shampoo und 40 % aller Männer halten Deos für überflüssig. Mehr als 40 % verwenden zur Pflege sowieso nur Wasser und Seife. (Quelle: Brigitte 26/2000).

Dennoch stieg der Umsatz im Bereich der Herrenkosmetik nach Informationen des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel e.V. (IKW) 1999 um 2,4 % auf immerhin 1,42 Milliarden Mark. Es scheint also auch andere Männer zu geben, die als Kunden für den Kosmetiksalon interessant sein könnten. Immerhin bezeichnen sich laut der Zeitschrift "Journal für die Frau" 27 % aller Männer als eitel. Doch noch wichtiger als schöne Haut und guter Duft scheint den meisten das Haar zu sein.

Zwar würden immerhin 18 % der Männer ihr Haar gegen einen neuen Sportwagen tauschen und 21 % für eine Weltreise auf ihr Kopfhaar verzichten. Doch mehr als 60 % würden diese "für nichts auf der Welt" hergeben - so das Ergebnis einer Befragung an 1127 Männern im Auftrag von MSD. Der erste Kontakt der Männer mit Kosmetik und Pflege führt meist über die Cremetiegel und -tuben der Frauen. Doch Männerhaut ist nicht gleich Frauenhaut. Die für Frauen konzipierten Produkte sind den meisten Männern zu fett und zu reichhaltig. Pickel, Mitesser und unreine, fettig glänzende Haut ist häufig die Folge. Diese schlechten Erfahrungen bestätigen viele Männer wieder in ihrer Meinung, dass ein "richtiger Kerl" allein mit Wasser und Seife auskommt.
 

 
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