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Eine gute Alternative zur Hormontherapie stellen so genannte »Phytohormone« dar. Unter »Phytohormonen« versteht man hormonähnliche Stoffe, die in vielen Pflanzen enthalten sind. Dass es Pflanzen mit hormonartiger Wirkung gibt, weiß man schon seit hunderten von Jahren: Den Landwirten war aufgefallen, dass bei Schafen, die sehr viel Rotklee fraßen, der Menstruationszyklus unregelmäßig wurde.
Heute weiß man, dass im Rotklee gleich mehrere Substanzen enthalten sind, die eine östrogenartige Wirkung haben, d. h. den weiblichen Hormonen ähneln. Doch es gibt in der Natur auch Stoffe, die anderen körpereigenen Hormonen gleichen. Die Wirksamkeit dieser Phytohormonen konnte inzwischen in zahlreichen Studien recht gut belegt werden. Es existieren viele Hinweise, dass Pflanzenhormone durchaus einen milden Ersatz für fehlende Hormone darstellen und Altersvorgänge bremsen können. Sie haben natürlich nicht die gleiche Stärke wie rezeptpflichtige Hormonpräparate, aber auch nicht deren Risiken und Nebenwirkungen. Vor allem die östrogenartig wirkenden Phytohormone (Isoflavone, Lignane, Coumestane) gewinnen derzeit mehr und mehr an Popularität. In unserer typischen europäischen Nahrung kommen Pflanzenhormone nur in geringer Dosierung vor. Während die durchschnittliche tägliche Phytohormon–Aufnahme in Europa und Amerika etwa zwei bis drei Milligramm beträgt, werden in asiatischen Ländern 20 bis 80 Milligramm pro Tag aufgenommen. Besonders reich an Phytohormonen sind nämlich Sojaprodukte, die in Asien regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Mit dem Verzehr von Pflanzenöstrogenen bringt man das deutlich geringere Brust– und Prostatakrebsrisiko in asiatischen Ländern in Verbindung. Auch Wechseljahresbeschwerden sind dort sehr viel seltener. Während in Europa und Amerika bis zu 80 Prozent der Frauen unter Hitzewallungen leiden, klagen in China weniger als 20 Prozent der Frauen darüber. In Japan sind diese Beschwerden sogar so selten, dass es kein japanisches Wort für »Hitzewallungen« gibt. Zahlreiche weitere positive Hormonwirkungen wie Verringerung des Risikos für Herz–Kreislauferkrankungen, Senkung des Cholesterinspiegels und Schutz vor Knochenschwund (Osteoporose) sind inzwischen gut erforscht. Es ist gar nicht so schwer, auch in unserer westlichen Ernährung den Anteil der Pflanzenhormone zu erhöhen. Um 50–70 mg Phytoöstrogene zu verzehren – das entspricht etwa der durchschnittlichen täglichen Aufnahme in asiatischen Ländern – können Sie entweder täglich eine große Tasse Sojamilch trinken oder Sojajoghurt (250–300 ml) verzehren. Die gleiche Menge hormonähnlicher Stoffe enthält auch eine Portion Tofu (etwa 150 g) oder fünf bis sechs Esslöffel geschroteter Leinsamen oder die gleiche Menge Kürbiskerne. Eine gute » europäische« Phytohormonquelle ist Bier. Seit Jahrhunderten ist bekannt, das die zapfenartigen Dolden des Bier-Hopfens hormonelle Wirkungen haben. Früher, als der Hopfen noch von Hand geerntet wurde, waren die Frauen abends in bester Flirtlaune, mit den männlichen Pflücker war aber nichts mehr los. Grund: Beim Pflücken hatten die Arbeiter große Mengen östrogenartiger Hopfenhormone aufgenommen, die auf Frauen anregend, auf Männer eher dämpfend wirken. Anmerkung: Sollte bereits eine hormonabhängige Krebserkrankung bestehen, empfehlen wir vor Einnahme sojahaltiger Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel den behandelnden Arzt zu konsultieren. Mehr zu Phytohormonen finden Sie hier: Axt, Axt-Gadermann: Die Kunst, länger zu leben, Herbig Verlag Phytohormonhaltige NahrungsmittelFolgende Nahrungsmitteln enthalten einen besonders hohen Anteil an pflanzlichen Östrogenen Soja (auch Sojaprodukte wie Tofu, Sojasoße etc.) Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen) Rotklee Leinsamen Kürbiskerne Shiitakepilze Hopfen (Bier) Traubensilberkerze (Cimifuga racemosa) Gelee royal (Bienenextrakte) (besteht zu 20 bis 30% aus östrogenartigen Substanzen)
Phytohormonhaltige NahrungsergänzungsmittelDiese Nahrungsergänzungspräparate enthalten Phytohormone in hoher Konzentration Menoflavonâ (Phytohormone aus Rotklee) verschieden Präparate von Orthomol, u.a. Orthomol flavon fâ (Soja) Melbrosinâ (Östrogene aus Gelee royal) Promensilâ (Soja) Phytosojaâ (Soja) und andere
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