Haut & Haare
Beautykur für die Fingernägel
Stolze 1,32 m sind die längsten Fingernägel der Welt. 39 Jahre hat Shridhar Chillal aus Poona seine Nägel nicht mehr geschnitten, doch inzwischen hat sich der Rekordhalter entschlossen, seine Fingernägel zu verkaufen. Der Grund: Sie stören ihn nicht nur bei seiner Arbeit als Fotograf, sondern behindern ihn bei fast jeder Gelegenheit.
Den meisten Menschen bereiten ihre Fingernägel aber Probleme ganz anderer Art: Sie wollen nicht wachsen, splittern ab und sind glanzlos. „Am häufigsten klagen die Kunden über brüchige Nägel," weiß Ursula Kimm, Leiterin der Aqualux Schönheitsfarm und der Kosmetikfachschule im hessischen Bad Salzschlirf. „Schätzungen zufolge leiden etwa 20 Prozent der Bevölkerung zeitweise oder ständig darunter."
Tipps für die Nagelpflege
Besonders häufig betroffen sind Frauen, denn vor allem die regelmäßige Verwendung von Nagellackentferner und häufiger Kontakt zu Wasser und Reinigungsmitteln setzen den Nägeln zu. Durch diese Strapazen werden Fettbestandteile, die für Festigkeit und Elastizität des Hornmaterials wichtig sind, herausgelöst. Die Folge: Brüchige, splitternde, weiche Nägel oder sogar teilweise Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett. In diesem Fall brauchen die Nägel dringend eine Erholungspause. Wer Probleme mit den Nägeln hat, sollte bei Feuchtarbeiten generell Handschuhe tragen und regelmäßig Nagellackpausen einlegen, um einer weiteren Entfettung der Hornschicht vorzubeugen. Eine Wohltat für brüchige Nägel können – nach dem Entfernen des Nagellacks - spezielle Nagelöle oder die Anwendung einer Nagelcreme sein. Auch Oliven-, Mandel- oder Johanniskrautöl ersetzen Fette, die tagtäglich aus der Hornplatte herausgelöst werden. „Nach dem Einölen sollte man aber einige Stunden, besser über nacht, mit dem Auftragen des Nagellacks warten, denn der Lack hält nur auf trockenen, fettfreien Nägeln optimal," rät die Diplom. Kosmetikerin Ursula Kimm. Doch es gibt auch schonende Alternativen: Nicht nur mit Lack glänzen die Nägel, auch das gelegentliche Polieren mit speziellen Feilen oder Polierpulver lässt sie gepflegt erscheinen – ganz ohne Chemie.
Auch das Kürzen will gelernt sein
Um regelmäßiges Kürzen der Nägel kommt niemand herum, denn unsere Nägel wachsen ununterbrochen – etwa 0,1 mm am Tag, fast 4 cm im Jahr. Bei Männern und Kindern etwas schneller als bei Frauen, am Tag mehr als nachts und besonders rasch im Sommer. Bei Rechtshändern sprießen die Nägel an der rechten Hand besser, bei Linkshändern links und an den Fingern schneller als an den Füßen. „Am besten bringt man die Nägel mit einer Feile in Form," empfiehlt die Kosmetikexpertin Kimm, Bad Salzschlirf. „Das ist sehr viel schonender als Schneiden. Aber achten Sie auf qualitativ hochwertige Nagelfeilen aus Sandpapier oder mit Saphirbelag. Minderwertige und schlechte Feilen zerreißen den Nagelrand." Normalerweise benötigen Sie eine etwas gröbere Feile, um die Nägel zu kürzen und eine feine, um die Nägel in Form zu bringen und zu glätten. Wichtig: Nur trockene, harte Nägel lassen sich gut mit der Feile bearbeiten, deshalb die Nägel bearbeiten, bevor Sie ein Handbad nehmen oder unter die Dusche steigen.
Eine lästige Angewohnheit ist es, an der Nagelhaut herumzuzupfen. „Die Nagelhaut sollte nicht abgeschnitten oder abgerissen werden, denn sie schützt die Wachstumszone des Nagels vor Infektionen und Schmutz," warnt Ursula Kimm. Nur kleine harte Hautfetzchen dürfen vorsichtig mit der Schere gekürzt werden. Ist die Nagelhaut sehr weitvorgewachsen, lässt sie sich mit einem lauwarmen Seifenwasserbad aufweichen und dann mit speziellen Holzstäbchen zurückschieben.. Alternativ kann ein Nagelhautentferner verwendet werden, der die Nagelhaut entfernt, den Nagel aber schont.
Fingernägel - unsere Visitenkarte
Hände und Nägel gelten als Visitenkarte eines Menschen. Sie verraten nicht nur einiges über Beruf, Körperpflege oder Styling, auch Ernährungsfaktoren oder Krankheiten spiegeln sich in Zustand und Aussehen der Nägel wieder. Hinter verdickten, krümeligen Nägeln steckt nicht selten eine Pilzerkrankung. Blasse Nägel können auf Blutarmut hindeuten, Rillen und Furchen bilden sich in den Nägeln meist nach schwereren Krankheiten oder hohem Fieber. Weiße Punkte, Flecken oder Striche auf den Nägeln sind hingegen meist harmlos. Sie können durch kleine Verletzungen im Bereich der Nagelhaut zum Beispiel durch eine zu intensive Maniküre entstehen. Gelegentlich deuten helle Flecken auch auf einen Zinkmangel hin. Spröde und glanzlose Nägel hingegen sind eher Folge eines Eisenmangels. Insgesamt bekommt eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Spurenelementen ist, auch den Nägeln gut. Allerdings lässt nicht jede Nahrungsergänzung automatisch auch die Nägel besser wachsen. „Wenn die Nägel brüchig sind, fehlt Kalk," lautet eine alte Volksweisheit. Doch die wurde jetzt höchst wissenschaftlich widerlegt. Neuseeländische Wissenschaftler befragten 700 Frauen die zur Behandlung ihrer Osteoporose entweder ein Kalziumpräparat oder ein Scheinmedikament erhielten. Nach einem Jahr sagten alle, die Nägel seien glatter und weniger brüchig – auch die Patientinnen, die nur ein wirkungsloses Placebo verabreicht bekamen. „Fingernägel bestehen nur zu 0,03 Prozent aus Kalzium," so die Erklärung des beteiligten Wissenschaftlers Ian Reid. „Zum größten Teil bestehen sie aus dem Eiweiß Keratin, daher ist eine ausreichende Eiweißversorgung für schöne Nägel von größerer Bedeutung."
Mehr Informationen zum Thema:
Norton S, Cole N: Fünf Minuten Nagelpflege, Bechtermünzverlag
Burgstein L: Handbuch Nährstoffe, Haug Verlag
Schurgast H, Burgstein U: Einkaufsführer Vitamine, Haug Verlag
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