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Die Initiative ProHaar hat ihren zweiten prominenten Botschafter: Hannes Jaenicke. Der deutsche Schauspieler traut sich, was vielen Männern hierzulande bislang nur schwer über die Lippen kommt. Er spricht über seinen Haarausfall. „Ich habe kein Problem, darüber zu reden.
Aber ich gehöre sowieso zu den Männern, die auch über vermeintlich Unangenehmes sprechen. Meine Devise: Je lockerer man an ein Thema herangeht, das einem auf der Seele brennt, desto leichter lässt sich eine Lösung finden“, sagt Jaenicke. Der beliebte Frauenschwarm, der zwischen seiner Kölner Altbauwohnung, einem Strandhäuschen in Los Angeles und einem ausrangierten Wagon in Australien pendelt, lüftet sein Erfolgsrezept gegen die lichten Stellen: „Ich nehme Propeciaâ.“ Seit Mai 2000 macht die Initiative ProHaar deutschen Männern Lust und Mut auf volles Haar. ProHaar beschäftigt sich mit dem Thema Haarausfall, mit Therapiemöglichkeiten und spricht offen und unkonventionell über ein nach wie vor eher unbeliebtes Thema. Und da macht der Grad der Prominenz keinen Unterschied. Denn egal ob Star oder Otto -Normalverbraucher: Nicht alle Männer sind so mutig, wie Jaenicke und Ochsenknecht. Die beiden wissen von vielen berühmten Kollegen, die mit ihrer schwindenden Haarpracht zu kämpfen haben, aber nicht offen darüber reden. „Nun ja, es ist nicht neu, dass Männer – auch Promis – feige sind“, sagt Jaenicke. „Aber Haarausfall ist nichts, wofür man sich schämen muss. Darüber kann Mann doch ganz entspannt reden.“ Aber die meisten Männer sind im Kommunizieren nicht die Stärksten. Zumindest dann nicht, wenn das Thema um sensible Bereiche, etwa um Gefühle, um ihren Körper oder eben um Haarausfall kreist. „Die schwindende Haarpracht kratzt gehörig am Selbstbewusstsein des Mannes. Männer glauben, mit dem Verlust ihrer Lockenpracht ginge auch ihre Attraktivität verloren“, erklärt Prof. Dr. Alfred Gebert von der Universität Münster. Der Psychologe und Kommunikations-experte, der sich in Sachen Männerkommunikation bestens auskennt, stellt fest, dass Männer dicht machen, sobald es ans Eingemachte geht. Auch Prof. Dr. Hans Wolff, Dermatologe und Haarexperte an der Derma-tologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, kennt das Problem: „Nicht nur, dass Männer nicht über Haarausfall reden. Sie gehen auch nicht zum Arzt. Das ist völlig unverständlich. Denn mit Propeciaâ gibt es ein sehr wirksames Medikament. Deshalb kann ich allen Männern, die unter Haarausfall leiden, nur empfehlen, einen Arzt aufzusuchen. Nur dort gibt es kompetenten Rat und effektive Hilfe.“ |