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Wie Musik in den Ohren aller Langschläfer klingt die Entdeckung, die britische Forscher kürzlich machten: Wer später aufsteht, ist den ganzen Tag über gelassener und ausgeglichener. Wie das britische Magazin >>New Scientist<< ( 6.11.2000) berichtet, sind Frühaufsteher offensichtlich gestresster als Langschläfer.
Forscher der Londoner Westminster Universität konnten im Speichel von Personen, die spätestens um 7.20 Uhr aufstehen mussten, deutlich höhere Werte des Stresshormons Cortison messen als bei Langschläfern, die erst später das Bett verließen. Es scheint auch nichts zu nutzen, früher zu Bett zu gehen. Die Gesamtdauer der Schlafzeit hatte - so die Erkenntnis der britischen Wissenschaftler, keinen Einfluss auf die Ausschüttung des Stresshormons. Über gestresst oder entspannt entschied einzig und allein der Zeitpunkt des Aufstehens. Der Stress durch frühes Auswachen hält nicht nur den gesamten Tag an, sondern kann sogar ernsthafte Folgen für die Gesundheit nach sich ziehen, heißt es in dem Bericht. Auf Dauer führt der chronische Stress zu Depressionen, die Abwehrkräfte werden geschwächt und zudem leiden Frühaufsteher offensichtlich häufiger unter Infekten, Muskelschmerzen und schlechter Laune. Was auf Erwachsene zutrifft, gilt umso mehr für Kinder und Jugendliche. Eine Forschergruppe um Epstein, Schlafwissenschaftler aus Israel, untersuchte über 800 israelische Schüler zwischen zehn und elf Jahren. Während die einen bereits um 7.15 Uhr aufstehen mussten, konnten die anderen bis 8.00 Uhr schlafen. Obwohl sich die Aufstehzeiten nur um 45 Minuten unterschieden, litten die Frühaufsteher deutlich häufiger unter Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Immer mehr Schlafforscher plädieren deshalb für einen späteren Schulbeginn. |