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Linus Pauling ist sicher eines der besten Beispiele für ein gesundes und zufriedenes Altern. Immerhin wurde er weit über 90 Jahre alt und war bis kurz vor seinem Tod geistig und körperlich aktiv. Die meisten bringen den Namen des zweifachen Nobelpreisträgers vor allem mit Vitaminen in Megadosen in Verbindung. Was viele nicht wissen: Er legte auch sehr großen Wert auf eine zuckerarme Ernährung.
Aktuelle Untersuchungen (Ames, Cerami) bestätigen, dass der Hauptenergielieferant unseres Körpers, die Glukose, den Alterungsprozess vorantreibt. Die im Blut vorhandenen Zuckermoleküle können die Gewebe vieler Organe schädigen und regelrecht »verkleben«. Inzwischen wurde festgestellt, dass der Zucker (Glukose) vor allem Schäden an bestimmten Fasern des Bindegewebes, den so genannten kollagenen Fasern, verursacht. Diese Fasern sind wichtig, um die Festigkeit, Dehnbarkeit und Funktion des Bindegewebes u.a. im Herzmuskel, in den Gefäßen und in der Haut zu garantieren. Wird das Bindegewebe durch einen zu hohen Zuckerkonsum geschädigt, treten Arterienverkalkungen, Herzschwäche, Nierenschädigung, Verhärtungen des Bindegewebes, Falten, Trübung der Augenlinse und nachlassende Nervenfunktionen häufiger auf. Besonders häufig und zehn bis 15 Jahre früher als bei gesunden Menschen kommt es bei Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zu diesen »Verzuckerungsschäden«. Schuld an dieser vorzeitigen Alterung ist der bei dieser Patientengruppe besonders stark erhöhte Blutzuckerspiegel (Glukosespiegel). Süße Sünden machen alt Bei gesunden Menschen ist der altmachende Einfluss der Glukose geringer, aber dennoch vorhanden. Vor allem Nahrungsmittel mit schnell verwertbaren Zuckerverbindungen schaden dem Körper: Die Zuckerverbindungen (Kohlenhydrate) in den Nahrungsmitteln können vom Körper unterschiedlich schnell aufgenommen und in Energie umgesetzt werden. Je schneller der Zucker aus der Nahrung ins Blut gelangt, desto höher ist der glykämische Index des Nahrungsmittels. Der glykämische Index beschreibt, wie schnell Zucker aus verschiedenen Lebensmitteln ins Blut gelangt. Je schneller der Zucker aufgespalten wird, desto rascher gelangt er ins Blut und umso schädlicher wirkt er sich auf den Organismus aus. Das blutzuckersenkende Hormon Insulin, das gleichzeitig die Bildung von unschönen Fettdepots im Körper fördert, wird bei Genuss von Nahrungsmitteln mit einem hohen glykämischen Index vermehrt ausgeschüttet. Ist der Blutzuckerspiegel häufig oder langfristig erhöht, wird dadurch die Zellalterung sowie eine Schädigung der Augenlinse und der Gelenke begünstigt. Bevorzugen Sie deshalb vor allem Nahrungsmittel mit einem niedrigen glykämischen Index. Nahrungsmittel mit niedrigem glykämischen Index Getreideprodukte, Beilagen: Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Vollkorngebäck), Wildreis, Haferflocken, Vollkornnudeln, Vollkorngebäck, Müslimischungen ohne Zucker. Obst und Gemüse: Grünes Gemüse, Tomaten, Zucchini, Auberginen, die meisten Obstsorten (Äpfel, Beerenobst, Melonen, Orangen), Bohnen, Erbsen. Fleisch, Fisch: Alle Fleisch– und Fischarten haben einen niedrigen glykämischen Index. Bevorzugen Sie aber fettarme Fleisch– und Fischsorten. Milchprodukte: Ungesüßten Joghurt, Quark, Hüttenkäse. Getränke: Ungesüßte Säfte, trockener Wein in Maßen, ungesüßter Tee, Mineralwasser. Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index Getreideprodukte, Beilagen: Weißer Reis, Weißmehlprodukte (z.B. Weißbrot), Cornflakes, Kuchen, Müsli mit Zucker. Obst und Gemüse: Bananen, Ananas, Rosinen, Datteln, Feigen, Karotten, Mais. Milchprodukte: Gesüßte Milchprodukte. Getränke: Limonade, gesüßte Säfte, Fruchtnektar, Softdrinks (z.B. Cola), Bier, hochprozentige alkoholische Getränke. Sonstiges: Zucker, Honig, Süßigkeiten, Schokolade. Weiterführende Literatur:Ames B. N.: Endogenous DNA–Damage as Related to Nutrition and Aging. In Ingram, D. K., Baker G. T., Shock N. W. (Hrsg.): The Potential for Nutritional Modulation of Aging Processes. Trumbull CT: Food and Nutrition Press 1991 Axt, Axt-Gadermann: Die Kunst, länger zu leben, Herbig Verlag 2002 Cerami, A.: Hypothesis: Glucose as a Mediator of Aging. Journal of the American Geriatric Society 33:626–634, 1985 |