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Farbloses Essen schmeckt fad

Überall lauern Verführungen, die uns dazu verleiten, mehr zu essen, als wir wollen, Appetit zu haben ohne hungrig zu sein. Mit subtilen Methoden versucht vor allem die Nahrungsmittelindustrie über unsere fünf Sinne das Unterbewusstsein zu beeinflussen.

Appetit, der von unserem Unterbewusstsein ausgeht, lässt sich selbst durch einen starken Willen kaum beeinflussen. Vertraute Eigenschaften wie Farbe, Geruch und Geschmack, aber auch so ungewöhnliche Dinge wie Knackverhalten, Klangerlebnis und Mundgefühl sind dafür verantwortlich, ob es uns schmeckt oder nicht. Ohr, Nase und Tastsinn wollen von den Nahrungsmitteln angesprochen werden.
 
Doch nicht immer können wir unseren sieben Sinnen trauen, wenn sie von der Lebensmittelindustrie manipuliert werden.

Rotgefärbtes Speiseeis schmeckte den Testpersonen im Vergleichstest intensiver nach Erdbeer, als das geschmacklich identische weiße Eis.

Im Gummibärchentest der Universität Bremen hatten die gelben und orangen Bärchen für die Versuchspersonen eindeutig Zitrusfruchtgeschmack, bei den roten wurde Himbeer-, Kirsch- oder Erdbeergeschmack assoziiert, grüne schmeckten am häufigsten nach Waldmeister. Soweit nichts ungewöhnliches. Überraschend war dann aber der Blindtest: Mit verbundenen Augen konnten die Testpersonen die Gummibärchenfarbe nicht mehr am unterschiedlichen Geschmack erkennen.

In orange eingefärbten Getränken kann von Versuchspersonen in 80% ein Apfelsinenaroma erkannt werden. "Bei farblosen Getränken", so die Ernährungspsychologin Gisla Gniech, "fiel die richtige Zuordnung des Geschmacks auf 30% ab."

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