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Kalorienfrei, aber dennoch voller wirksamer Inhaltsstoffe ist grüner Tee. Wegen seines besonderen Aromas ist Tee weltweit eines der beliebtesten Getränke. Schätzungen zufolge werden jährlich etwa 2,5 Millionen Tonnen Tee produziert. Etwa 20 Prozent davon entfallen auf grünen Tee, der überwiegend in Japan, China, Korea und Indien getrunken wird.
Japanischen und chinesischen Wissenschaftlern fiel schon vor Jahren auf, dass in Gegenden, in denen sehr viel grüner Tee konsumiert wird, Hautkrebs seltener auftritt, als in Regionen mit niedrigerem Teeverbrauch, aber vergleichbarer Sonneneinstrahlung. Auch Magentumore wurden seltener diagnostiziert. Seitdem wird grüner Tee weltweit untersucht und in seine Bestandteile zerlegt. Genauere Analysen des Getränks ergaben einen besonders hohen Gehalt an sogenannten Polyphenolen, die wahrscheinlich für die krebsschützende Wirkung verantwortlich sind. Polyphenole gehören, ebenso wie einige Vitamine und Enzyme, zu den Antioxidantien, die den Körper vor aggressiven Radikalen schützen und so Zellschäden, verursacht durch Oxidantien, verhindern. Im schwarzen Tee sind sie nicht mehr vorhanden, obwohl dieser aus den gleichen Teeblättern gewonnen wird. Schuld daran sind vor allem die unterschiedlichen Herstellungsverfahren: Schwarzer Tee wird zerrissen und gequetscht. Durch den Luftkontakt oxidieren die Polyphenole und werden unwirksam. Auf diesen sogenannten Fermentationsprozeß wird beim grünen Tee verzichtet. Seine chemische Zusammensetzung entspricht fast der von frischen Teeblättern. Polyphenole sind noch in hoher Konzentration (bis zu 30% des Trockengewichts) enthalten. Wissenschaftler der Universität in Cleveland, Ohio, untersuchten nun unter kontrollierten Bedingungen die Wirkung von Grüntee-Extrakt an Labormäusen. Die Tiere bekamen entweder die Tee-Extrakte mit dem Trinkwasser, in einer täglichen Dosis, die 4-6 Tassen Tee beim Menschen entsprechen würde, oder als Hautlotion verabreicht. Einige Tage später bestrahlten die Mediziner einen Teil der Mäuse mit hohen Dosen UV-Licht, den anderen Mäusen wurden stark krebserregende Substanzen auf die Haut aufgetragen. In allen Fällen bildeten sich bei den mit Grüntee-Extrakt vorbehandelten Tieren weniger Tumore, wobei durch die Aufnahme der Tee-Extrakte mit dem Trinkwasser Tumorentstehung und Tumorwachstum noch deutlicher gebremst werden konnte, als durch die Anwendung auf der Haut. Ob grüner Tee beim Menschen ähnliche Wirkung zeigt, lassen Studien zwar vermuten, weitere Forschungen sind aber sicher notwendig. |