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Braune Haut auf Rezept?

Melanotan ist ein synthetisches Hormon, das die Wirkung des körpereigenen Hormons "MSH" (Melanozyten stimulierendem Hormon) nachahmt. Melanozyten sind die körpereigenen Pigmentzellen, die den Hautfarbstoff "Melanin" bilden.

MSH oder auch das synthetisch hergestellte Melanotan kurbeln in den Pigmentzellen die Produktion des Hautfarbstoffs Melanin an, der uns dann zu brauner Haut verhilft und die Zellen vor Schäden durch UV-Strahlen schützt.
Da sowohl die Wirkung von MSH als auch von Melanotan an das Vorhandensein intakter und funktionstüchtiger Pigmentzellen gebunden ist, ist das "Bräunungshormon" bei Pigmentstörungen wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder bei Albinismus leider wirkungslos, da bei diesen Erkrankungen eine Störung der Pigmentzellen besteht. Melanotan funktioniert nur bei Menschen ohne Pigmentstörungen, das haben auch aktuelle Forschungsergebnisse gezeigt.

Möglicherweise kann bei Menschen ohne Pigmentstörungen Melanotan aber ein effektives Mittel sein, um die Haut vor Sonnenschäden wie Falten oder Hautkrebs zu schützen. Viele Fragen bezüglich Wirkungen und Nebenwirkungen sind allerdings noch offen. Auch ist nicht sicher, ob das Hormon bei hellhäutigen, rothaarigen Menschen, die ja am meisten von der "Bräunungspille" profitieren würden, überhaupt richtig wirkt. Deren Melanozyten produzieren nämlich nur eine weniger wirksame Form des Melanins, das so genannte Phäomelanin.

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