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O Tannenbaum, wie gesund sind deine Nadeln
Wenn am 21. Dezember die Sonne ihren tiefsten Punkt erreicht und die längste Nacht anbricht, fängt für viele Menschen eine Zeit des Umbruchs an. In den Tagen um die Wintersonnenwende sind erfahrungsgemäß Infekte, Depressionen oder psychische Störungen besonders häufig. "Nicht nur die Natur stellt sich um, auch die innere Uhr des Menschen", erläutern die Sachbuchautorin Sylvia Winnewisser und Cornelia Schütt-Kainata, Expertin für japanisches Räucherwerk, in dem Buch "Räucher-Kräuter: entspannende Düfte für ihr Wohlbefinden" (TRIAS Verlag, Stuttgart. 1999).
Mit Räucherzeremonien schädliche Stoffe vertreiben
In manchen Alpenregionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz hat das "Räuchern" noch eine lebendige Tradition. In der Zeit während der zwölf "Lostage" zwischen Weihnachten und dem sechsten Januar werden dort Räucherzeremonien vorgenommen. Haus und Stall sollen durch die Räucherungen mit Weihrauch oder Wacholder gereinigt werden. Dieser Brauch schließt an die lange Räuchertradition der Kelten an. Die Wintersonnenwende stellte schon für unsere Vorfahren eine besondere Zeit im Ablauf des Jahres dar. Sie erkannten, dass die dunkelste Zeit des Jahres zu Verstimmungen, Depressionen und Erschöpfungszuständen führt. "Mit dem Duft der Räucherung hoffte man, neue kosmische Harmonie zurückzugewinnen", erklären die Autorinnen.
Harzräucherungen stärken das Immunsystem
Bereits die Kelten wussten um die desinfizierende und wundheilende Wirkung von Nadelbäumen. Aus diesem Grund produziert der Baum das Harz, wenn er Schädigungen an der Rinde "heilen" muss. Nach Meinung von Winnewisser und Schütt-Kainata könne zum Beispiel der Rauch des Fichtenharzes neue Energien schenken und bei verschleimten Lungen, Ausschlägen oder Rheuma helfen. Der Brauch, sich an Heiligabend den duftenden Tannenbaum in die Stube zu stellen, wurde nicht nur zum Schutz vor bösen Geistern gepflegt. Nach dem Weihnachtsfest, wenn der Tannenbaum schließlich verbrannt wurde, sollte der sich entwickelnde Tannenharz-Rauch außerdem die körperlichen Kräfte stärken, die Seele reinigen und neue Energien bringen. Winnewisser und Schütt-Kainata empfehlen Räucherungen mit Tannenharz auch bei Erkältungskrankheiten und Halsentzündungen.
Der Tannenbaum muss nicht dran glauben
Wer ganzjährig räuchern möchte, muss seinen Weihnachtsbaum nicht in Flammen setzen. Man braucht allerdings einige unentbehrliche Utensilien dazu. Die bekommt man entweder in Asienfachgeschäften oder in Esoterik- und Naturheilläden. Als Räuchergefäß kann eine einfache Schale aus Ton, Metall oder Porzellan dienen. Bevor in das Räuchergefäß die Räucher-Kohle gelegt wird, die man beispielsweise in Tablettenform im Handel erwerben kann, sollte der Boden mit Sand ausgefüllt werden. Der Räucher-Stoff wird dann direkt auf die glimmende Kohle gelegt. Die Autorinnen empfehlen zum Einstieg, zunächst "nur einzelne Stoffe zu verräuchern, um ihre Düfte und Wirkungen kennen zu lernen". "Nach und nach können Sie sich dann selbst für Ihre Bedürfnisse individuelle Räuchermischungen zusammenstellen", meinen Winnewisser und Schütt-Kainata
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