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Auch die Abwehrkräfte altern

Infekte dauern im Alter länger, Tumore treten häufiger auf. Schuld daran sind Altersvorgänge im Immunsystem. Im Alter »trainiert« die Abwehrarmee nicht mehr so viel wie in der Jugend. Schuld daran ist unter anderem eine Verkleinerung des »Trainingscamps Thymusdrüse«.

Um das vierzigste Lebensjahr hat sich dieses Abwehrorgan bereits um mehr als 70 Prozent zurückgebildet, mit sechzig sind nur noch fünf bis zehn Prozent des Gewebes nachweisbar. Dadurch wird die Schlagkraft bestimmter Abwehrzellen (Natürliche Killerzellen (NK–Zellen)) beeinträchtigt. Außerdem ändert sich im Laufe des Lebens die Zusammensetzung der »Immuntruppe«: Die Gesamtmenge wichtiger Abwehrzellen (T–Lymphozyten) sinkt. Zudem lässt die Aufmerksamkeit und Regulationsfähigkeit der Abwehrkräfte im Alter nach: Schädlicher »Autoantikörper« (Abwehrstoffe, die gegen eigene Körperzellen gerichtet sind) können sich vermehrt bilden und der Blutspiegel verschiedener Entzündungsfaktoren (Interleukine) steigt an. Ebenso findet man bei älteren Menschen höhere Spiegel des Stresshormons Cortisol, das zu einer weiteren Schwächung der Abwehrsystems führt.

Der Lebensstil bestimmt die Abwehrkraft 

Für die Abwehrkraft des Immunsystems ist der Lebensstil von entscheidender Bedeutung. Wir alle wissen, dass es in jedem Alter Menschen gibt, die anfälliger für Krankheiten aller Art sind als ihre Mitmenschen. Auffallend ist, dass ältere Menschen, die noch sehr »jugendlich« wirken, auch »junge« Immunparameter aufweisen. Das ist zu einem Teil sicher auch Folge günstiger Erbanlagen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei aber auch die individuelle Lebensweise. Das Immunsystem lässt sich durch eine ausgewogene Ernährung mit einer optimalen Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in seiner Funktionsweise günstig beeinflussen. Auch regelmäßig durchgeführte kalorienarme Tage stärken die Abwehrkräfte.
Sport hat sowohl günstige als auch ungünstige Einflüsse auf das Immunsystem. Vor allem leistungsorientierter Sport wirkt sich nachweislich negativ auf unsere Abwehrkräfte aus, das konnte in zahlreichen Studien belegt werden.
Auch Stress und Schlafmangel haben Einfluss auf das Immunsystem und bewirken langfristig eine Schwächung der Abwehrkräfte. Hier spielt das Stresshormon Cortisol eine wichtige Rolle. Durch einen ständig erhöhten Cortisolspiegel, wie er bei Dauerstress besteht, wird langfristig das Immunsystem geschwächt und die Neigung zu Infekten nimmt zu.

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