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Nacht- und Schichtarbeit strapaziert Gesundheit Drucken E-Mail

fzm - Ob Gütertransport, Krankenhaus oder Sicherheitsdienst. In vielen Berufen mögen Nachtschichten unvermeidbar sein, für den menschlichen Organismus stellen sie aber immer eine besondere Belastung dar. Was nicht ohne Folgen für die Gesundheit bleibt, wie ein führender Arbeitsmediziner in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) ausführt.

Besonders empfindlich reagieren Magen und Darm auf die Veränderungen im Tag-Nacht-Rhythmus, die mit Wechsel- und Nachtschichten verbunden sind, weiß Professor Hugo. W. Rüdiger, Leiter der Abteilung Arbeitsmedizin an der Universität Wien: "Schichtarbeiter leiden häufiger unter Magenschleimhautentzündung und Magendarmgeschwüren. Sie sind häufig übergewichtig und sie rauchen häufiger". Dass die Krankenstände bei Schichtarbeitern nicht höher seien als bei anderen Angestellten, dürfe nicht täuschen. Anfällige Menschen, welche den Wechsel zwischen Tag- und Nachtschicht nicht vertragen, würden sich rasch andere Tätigkeiten suchen. "Healthy worker effect" nennen die Arbeitsmediziner diesen Ausleseeffekt.
Dass Menschen sich mit der Zeit, ähnlich wie beim Jet Lag an die Schichtarbeit gewöhnen, hält Professor Rüdiger für unwahrscheinlich. Anders als bei Reisen über Zeitzonen hinweg, bleibe der äußere Zeitgeber intakt: "Jeder Schichtarbeiter weiß sehr genau, wie viel Uhr es ist, und was normale Menschen jetzt tun." Wie gut sich eine Person an die veränderten Wachzeiten gewöhnt habe, lasse sich einfach messen. Normalerweise sei die Körpertemperatur während des Schlafens um 0,5 Grad niedriger als während der Wachperiode. Auch die Bestimmung des Stresshormons liefert Hinweise.
Damit sich die Menschen nach der Nachtschicht wieder an den normalen Rhythmus gewöhnen, fordert der Arbeitsmediziner mindestens zwei freie Tage nach einem Nachtschichtblock. Ebenso wichtig seien regelmäßige freie Wochenenden. Denn Schichtarbeiter hätten durch die Nachtschichten neben gesundheitlichen Risiken häufig auch soziale Nachteile zu tragen.

H. W. Rüdiger:
Schicht- und Nachtarbeit
Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006; 131 (44): S. 2451-2452

 
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