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Skifahren, Rodeln, durch den Schnee stapfen, Glühwein trinken oder am Kamin sitzen – auch der Winter hat seinen Reiz. Doch für Haut und Haare stellen Kälte, Temperaturwechsel und Heizungsluft eine ziemlich Strapaze dar. Besonders Menschen mit trockener, fettarmer und sensibler Haut oder Personen, die unter einer Neurodermitis oder Allergien leiden, müssen jetzt mit spröder, juckender und gereizter Haut rechnen.
Ein Grund dafür ist die extrem trockene Winterluft, denn je niedriger die Temperaturen sinken, desto weniger Feuchtigkeit befindet sich in der Atmosphäre. Auch in der Wohnung sinkt die Luftfeuchtigkeit in der kalten Jahreszeit oft deutlich ab. Das veranlasst die Haut, vermehrt Flüssigkeit nach außen abzugeben. „Doch nicht nur an Feuchtigkeit mangelt es der Winterhaut, auch die Talgdrüsen reagieren auf das Klima und produzieren weniger Hautfette," erklärt Frau Dr. Birgit Kunze, Hautfachärztin aus Hamburg. „Sinken die Temperaturen unter 8° Celsius, stellen sie ihre Tätigkeit sogar fast völlig ein." Dadurch wird der natürliche Schutzfilm der Haut durchlässiger, die Haut rauer und die Haare trockener. Als erstes zeigt sich das meist im Gesicht, an den Händen und Unterschenkeln. Im Gesicht ist die schützende Hülle sehr viel dünner, als an den meisten anderen Körperstellen – eigentlich gar nicht geeignet für einen Körperteil, der ständig ungeschützt den verschiedenen Umweltfaktoren ausgesetzt ist. Die obere Hautschicht, die Epidermis ist im Bereich des Augenlides nur etwa 0,05 mm dick, an der Fußsohle hingegen bis zu 1,6 mm stark. Aufgrund ihrer besonders exponierten Lage muss die Gesichtshaut ständig mit zahlreichen Belastungen wie Kälte, Wind, UV-Strahlen und anderen äußeren Einflüssen fertig werden – und das strapaziert sie je nach Hauttyp doch sehr stark. Auch an Händen und Unterschenkeln läuft bei vielen Menschen die körpereigene Talgproduktion auf Sparflamme. Auch bei der Kleidung kann man einiges falsch machen, meint die Hamburger Hautexpertin Dr. Kunze: „Manche Kleidungsstücke verschlimmern die Lage der Haut noch. Vor allem Menschen, die zu Ekzemen und empfindlicher Haut neigen, vertragen oft keine Schurwolle oder andere raue Stoffe." Pullis, Schals und Mützen aus grobem Garn verursachen dann Juckreiz und trocknen die Haut weiter aus. Hautfreundlicher sind Kleidungsstücke aus Baumwolle oder anderen feinen Fasern. Die Hautbarriere - eine brüchige MauerDie sensible Winterhaut lässt Pflegefehler und Nachlässigkeiten, die sie im Sommer noch problemlos wegsteckte, jetzt nicht mehr so leicht durchgehen. "Die tägliche Reinigung, das Entfernen des Make-ups, zu heißes Duschen, ausgiebige Bäder oder häufiges Hände waschen sind in der kalten Jahreszeit zusätzliche Belastungen für Haut und Haare," warnt die Dr. Birgit Kunze. "Zwar ist eine zu intensive Reinigung auch im Sommer eine Belastung für die äußere Hülle, unter den günstigeren klimatischen Bedingungen kann die Haut aber die gestörte Hautbarriere rasch wieder selber reparieren.“ Anders im Winter: Entfettende Reinigungsprodukte, alkoholhaltige Gesichtswässer oder häufiges Peeling können jetzt die schützende Hautbarriere besonders nachhaltig beschädigen, die Haut kann Feuchtigkeit dann noch schlechter speichern, Trockenheit und Irritierbarkeit nehmen weiter zu. Vergleichen lässt sich die Barriere der Haut mit einer Ziegelmauer: Nur wenn genügend Mörtel (Hautfette, Lipide) die Ziegelsteine (Hautzellen) miteinander verbindet, ist die Mauer stabil. Werden mehr Hautlipide durch Wasser, Makeup-Entferner oder Seife herausgelöst, als sich nachbilden können, wird die "Mauer" brüchig und verliert ihre Widerstandsfähigkeit. Verzichten Sie im Winter auf "Schaumschläger"Vor allem im Winter muss deshalb die besonders empfindliche Hautbarriere bei der Auswahl der Reinigungs- und Pflegeprodukte beachtet werden. „Egal welcher Hauttyp – in der kalten Jahreszeit sollte man auf tägliches Duschen oder gar Baden verzichten,“ so Dr. Birgit Kunze. Um eine weitere Beschädigung der "Hautmauer" zu vermeiden, sollten möglichst Produkte gewählt werden, die auf entfettende Inhaltsstoffe wie Tenside, Detergenzien oder Emulgatoren weitgehend verzichten bzw. diese nur in niedrigen Konzentrationen enthalten. Für gestresste Haut hält Frau Dr. Kunze noch einen Geheimtipp bereit: „Statt Badeschaum freut sich die Haut jetzt auch über ein Cleopatra-Bad.“ Dazu einfach eine Tasse Vollmilch mit zwei Esslöffeln Speiseöl mischen und in die Badewanne geben. Wenn es kalt und trocken wird, reicht die Sommerpflege oft nicht mehr aus. „Die Hautpflege muss im Winter meist völlig umgestellt werden," empfiehlt Dr. Kunze. Doch dazu ist nicht gleich eine neue Kosmetikserie notwendig. „Oft genügt es, tagsüber das Nachtpflegeprodukt zu verwenden oder einfach auf eine reichhaltigere Creme aus der gleichen Serie umzusteigen." Wichtiges Kriterium ist der Fettgehalt der Pflege, denn nur eine fetthaltige „Wasser in Öl-Emulsion" schützt im Winter die Haut ausreichend vor Kälte. Eine fettarme und feuchtigkeitsreiche Creme kann aufgrund des hohen Wassergehalts bei Minusgraden sogar Kälteschäden an der Haut hervorrufen. Eine ordentliche Schicht Fettcreme benötigt auch Baby- und Kinderhaut, wenn es ins Freie geht. Die zarte Haut der Kleinen ist noch kälteempfindlicher als Erwachsenenhaut, wird schnell rissig und schuppig und neigt zu Erfrierungen. Vor allem die empfindlichen Partien an Wangen, Nase und Stirn benötigen eine reichhaltige Kälteschutzcreme und auch die Kinderhände sollten vor der Schneeballschlacht nicht vergessen werden.
Strühende, elektrostatisch aufgeladene Haare, die sich kaum frisieren lassen, treiben so manchen im Winter fast zur Verzweiflung. Ohne Zuwendung machen selbst die pflegeleichtesten Haare bei Kälte schnell schlapp. „Im Winter benötigen die Haare eine Extraportion Pflege," so Dr. Kunze. „Eine Spülung nach jeder Haarwäsche verbessert die Kämmbarkeit. Nach jeder zweiten Haarwäsche benötigen vor allem trockene Haare eine Kurpackung." Neben Trockenheit und falscher Pflege sind oft Mützen, Schals und Kapuzen schuld an dem winterlichen Haarproblem. Manchmal reicht es hier schon aus, die winterliche Kopfbedeckung durch ein Stirnband zu ersetzen. Und die Lippen? Sie haben kaum Talgdrüsen und sind deshalb besonders empfindlich. Ein fetthaltiger Pflege mit Ölen und natürlichen Wachsen schützt sie vor der rauen Witterung. Wichtig: Trockene Lippen nicht ständig mit der Zunge befeuchten, das macht sie nur rissig und spröde. Besser einmal täglich die Lippen dick mit Honig bestreichen, 5 Minuten einwirken lassen und dann mit einem Küchentuch entfernen. So gepflegt macht selbst ein trüber Wintertag gute Laune. |