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Kann eine Aminosäure die Gefäßverkalkung stoppen? Drucken E-Mail

fzm - Die meisten Todesfälle in Deutschland sind die Folge einer frühzeitigen Gefäßverkalkung. Herzinfarkt, Schlaganfall und auch das Raucherbein gehen auf das Konto dieser Zivilisationserkrankung die mit einer Funktionsstörung der Gefäßinnenhaut, Endothel genannt, beginnt. Die Forscher sprechen von einer endothelialen Dysfunktion.

Gegen diese Dysfunktion gibt es möglicherweise ein einfaches Gegenmittel, so Frau Prof. Stefanie Bode-Böger von der Universität Magdeburg. Seit Jahren erforscht sie intensiv die Eigenschaften der Aminosäure L-Arginin, eines natürlichen Bestandteils der Nahrung, der in hoher Dosis möglicherweise eine schützende Wirkung auf die Blutgefäße hat.

In der DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift (Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2005) gibt die Pharmakologin einen Überblick über den Stand der Forschung. "Aus L-Arginin entsteht im Körper das Gas Stickstoffmonoxid, das eine gefäßerweiternde Wirkung hat und dadurch die Durchblutung verbessert", beschreibt Prof. Bode-Böger. Für die Entdeckung dieser NO-Wirkung erhielten drei US-Forscher im Jahr 1998 den Medizinnobelpreis.

Ein Mangel an NO kann durch L-Arginin behoben werden, schreibt die Forscherin, die dies in mehreren Studien auch belegen konnte: "Bei gefäßkranken Patienten verbesserten Infusionen mit L-Arginin die Durchblutung". Nur sind hierzu größere Mengen L-Arginin notwendig. Sie können auch als Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden, was jedoch vielen Menschen durch den bitteren Geschmack vergällt wird. Bei einigen Menschen kommt es auch zu Übelkeit und Durchfall. "Im Allgemeinen ist L-Arginin jedoch gut verträglich", versichert die Forscherin. Dennoch würde sie das Mittel derzeit noch nicht allgemein als Therapie empfehlen. Zu viele Fragen seien noch offen. Unklar sei, wie lange die Wirkung anhalte und ob eine dauerhafte Einnahme überhaupt sinnvoll sei. Prof. Bode-Böger: "Hierzu müssen noch weitere Studien mit einer größeren Zahl von Probanden und im Vergleich zu Placebo durchgeführt werden."

Quelle:
S. M. Bode-Böger: Einfluss von L-Arginin auf die Arterioskleroseentwicklung: Was ist therapeutisch gesichert? Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005; 130 (11): 593-598

 
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