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Brustkrebs durch Iodmangel? |
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fzm - Während der Brustkrebs in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist, erkranken in Japan nur wenige Frauen daran. Der Grund hierfür ist nicht bekannt, doch die besonderen Ernährungsgewohnheiten in Japan, mit einem hohen Anteil an Fischen und Algen, könnten eine Rolle spielen. Der Gynäkologe Dr. Pompilio Torremante aus Ochsenhausen bei Biberach vermutet in der DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift (Georg Thieme Verlag, Stuttgart), dass die hohe Iodzufuhr mit der Meeresnahrung für die Schutzwirkung verantwortlich ist.
Frauen mit einem Brustkrebs hätten häufig auch eine vergrößerte Schilddrüse, schreibt Dr. Torremante. Für beides macht der Arzt den Jodmangel verantwortlich. Für die Schilddrüsenvergrößerung ist dies gesichertes medizinisches Wissen. Der Kropf (Struma) entsteht, weil die Zellen der Schilddrüse Wachstumsfaktoren (EGF und TGF-alpha) freisetzen, die dann die Schilddrüse vergrößern. Dr. Torremante glaubt nun, dass die gleichen Wachstumsfaktoren auch auf die Zellen der Brustdrüse wirken und einen Brustkrebs erzeugen können. Außerdem sollen sie für die Entstehung der so genannten proliferativen Mastopathie verantwortlich sein. Diese gutartige Veränderung in der Brust würde sich unter einer Jod-Therapie bessern, schreibt Dr. Torremante unter Berufung auf eine randomisierte klinische Studie. Bei Tieren lässt sich ein Bustkrebs durch die Wachstumshormone EGF und TGF-alpha auslösen. Auch gehört ein Antikörper gegen EGF zu den Medikamenten, die zur Zeit erfolgreich zur Behandlung des Brustkrebses eingesetzt werden (das Medikament Herceptin bindet an einen EGF-Rezeptor und verhindert so, dass der Wachstumsfaktoren EGF auf die Krebszelle einwirkt). Das beweist jedoch noch nicht, dass eine Jodgabe den Brustkrebs verhindern kann. Zur Beweisführung schlägt Dr. Torremante die Gabe von Jodlactonen vor. Jodlactone sind jodhaltige Lipide, die auch in der Brustdrüse vorhanden sind. Sie können künstlich hergestellt werden. Jodlactone hemmen den EGF-Rezeptor und laut Dr. Torremante konnte in klinischen Studien eine Wirkung gegen den Kropf gezeigt werden. Eine Studie an Patientinnen mit Mammakarzinom ist bisher nicht durchgeführt worden. Nur sie könnte beweisen, ob die Hypothese von Dr. Torremante stimmt. P. Torremante: Mastopathie, Mammakarzinom und Jodlactone Deutsche Medizinische Wochenschrift 2004; 129 (12): 641-646 |