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Deutsches Institut für Nahrungsergänzungsmittel Drucken E-Mail

Die USA haben längst eines, die Briten ebenso – und nun wir Deutschen endlich auch: Das German Council for Responsible Nutrition e.V. GCRN hat sich am 23. Oktober in München gegründet. Führende Mediziner und Ernährungswissenschaftler haben damit eine Plattform geschaffen, die sich gezielt mit dem Stellenwert von Nahrungsergänzungsmitteln und ergänzenden bilanzierten Diäten / diätetische Lebensmittel für eine verantwortungsvolle Ernährung beschäftigt. Damit sollen zum einen wissenschaftliche Richtlinien für sinnvolle Zusammensetzungen und Dosierungen solcher Produkte festgesetzt werden – als Qualitätsmaßstab zur Orientierung für die Hersteller wie für die Konsumenten.

Zum anderen sollen auch diese sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlich interessanten, weil wachstumsstarken und zukunftsfähigen Produkte aus dem Windschatten der allgemeinen Lebensmittel herausgeholt und in ihrer Bedeutung für die tägliche Ernährung besser qualifiziert werden als bisher.
Der Vorsitzende des neuen GCRN ist Dr. Jürgen Reimann aus München. Er ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Abgrenzung von Arzneimitteln/Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Dazu zählen auch die diätetischen Lebensmittel mit den ergänzenden bilanzierten Diäten, die für die ernährungsphysiologische Behandlung von Kranken gedacht sind. Er weist darauf hin, dass der Markt für diese Produktgruppe als einer der wenigen im Jahr 2004 voraussichtlich eine Steigerung seines jetzigen Volumens um ca. 10 Prozent auf vier Milliarden Euro innerhalb der EU aufweisen wird, davon entfallen etwa 40 Prozent auf Deutschland. „Um so überfälliger ist es", so das Plädoyer des Experten, „sich mit dieser Produktgruppe im Rahmen ernährungsmedizinischer Maßnahmen auseinander zu setzen und ihren Stellenwert zu positionieren".

Sein Stellvertreter in dem neuen Verband, der Ernährungsmediziner Prof. Hans-Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim ergänzt: „Wir müssen solche Produkte in ernährungsmedizinische Konzepte mit einbeziehen. Dazu sollten sie jedoch wissenschaftlichen medizinischen Kriterien genügen. Diese wollen wir als eine Art Codex aufstellen und etablieren, damit Hersteller ihre Qualität und Mediziner, Apotheker und andere Fachleute ebenso wie Konsumenten ihre Auswahl danach treffen können."

Zugleich ist die Problematik keine rein deutsche Angelegenheit. Und in den USA wie in Großbritannien haben sich CRN schon längst erfolgreich etabliert. Ihre Arbeit ist seitens der Wissenschaft ebenso anerkannt wie seitens der Behörden und der Industrie. Nach internationaler Anbindung und nach dem Erfolg der beiden angelsächsischen CRN gleichermaßen stre-bend, ist daher das GCRN stolz darauf, die Direktoren der Schwesterverbände bereits bei seiner Gründung als Mitglieder aufnehmen zu dürfen: John Hathcock vom US CRN und Maurice Hanssen vom British CRN. Letzterer verweist auf den aktuellen Prozess der Harmonisierung der Gesetzgebung für Nahrungsergänzungsmittel, diätetische Lebensmittel und ergänzende bilanzierte Diäten in Europa. Hier sei die vereinte Kraft der britischen und deutschen CRN notwendig, damit sich im Europäischen Wissenschaftlichen Komitee für Lebensmittel (EFSA) nicht nur der kleinste wissen-schaftliche gemeinsame Nenner für die Gesetzgebung zu diesen Produkten durchsetzen möge.

 
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