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Bäder wurden schon in der Antike zur Entspannung und Gesunderhaltung eingesetzt. Die gesundheitsfördernde Wirkung verschiedener Badezusätze war nachweislich den Griechen, Römern, Syrern und Ägyptern bekannt. In vielen Religionen kommt dem Bad und der Reinigung auch eine religiöse Bedeutung zu. Doch auch heute haben Bäder nichts von ihrer Attraktivität verloren. Ganz im Gegenteil: "Welche Aktivitäten gehören für Sie auf jeden Fall zu einem persönlichen Wellness-Tag?", fragte das Freiöl-Institut für Hautforschung kürzlich in einer repräsentativen Erhebung 1298 deutsche Frauen ab 14 Jahre.

Das überraschende Ergebnis: Das Wannenbad lag an der Spitze der Wunschliste. Für 55,6% der Frauen gehört das warme Wasser einfach dazu, wenn es ums Genießen und Wohlfühlen geht – noch vor Massage, gutem Essen oder Ausschlafen.

Was macht ein warmes Bad so anziehend? Die Kombination aus Wasser, Wärme und Luft kann beruhigend oder anregend wirken, Schmerzen lindern, den Kreislauf regulieren, die Abwehrkräfte verbessern und bei Sportlern die Erholungsphase verkürzen. Vielleicht ist es aber auch nur die Möglichkeit, endlich einmal auf eine angenehme Art gar nichts zu tun, ohne sich fürs "Faulenzen" rechtfertigen zu müssen.

Stress im Bad einfach abwaschen

"Schon allein warmes Wasser ohne Badezusatz ist nachweislich ein hervorragendes Mittel gegen Stress und Anspannung," weiß der Fuldaer Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Peter Axt. "Bei Stress verengen sich nämlich die Blutgefäße und das macht sich unter anderem mit kalten Händen und Füßen bemerkbar. Warmes Wasser hingegen erweitert die Gefäße und beseitigt diese typischen Stresssymptome, der Blutdruck normalisiert sich, die Hände werden wieder warm und der Kopf klar," so beschreibt Prof. Axt in seinem Buch "Vom Glück der Faulheit" (Herbig Verlag) die gesundheitsfördernde Wirkung eines warmen Bades. Das heiße Wasser „wäscht" im wahrsten Sinne des Wortes die Anspannung des Tages ab und gibt neue Energie. Auf die "kalte Dusche" sollte man nach einem anstrengenden Tag besser verzichten: "Kaltes Wasser stellt für den Körper einen Stressfaktor dar und kann sogar typische Stresssymptome einschließlich einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol bewirken," warnt Axt.

Auch die Psyche badet mit

Verschiedene Zusätze können die Wirkung des warmen Wassers noch verstärken und beruhigend, einschläfernd oder anregend wirken. Sowohl Körper als auch Psyche reagieren auf die ätherischen Öle. Über den Geruchsinn beeinflusst der aromatische Duft der Kräuteröle bestimmte Teile unseres Gehirns und kann so nachweislich unsere Stimmung beeinflussen. Die in ätherischen Ölen enthaltenen Duftstoffe beeinflussen die Psyche über das so genannte „limbische System" im Gehirn.

Dieses Gefühlszentrum wird durch die Düfte angeregt, es kommt zu einer vermehrten Ausschüttung von Glückshormonen. Doch die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle gelangen während des Badens nicht nur in die Nase, sondern über die Haut und die Lunge auch in den Organismus. Nach dem Bad können die Wirkstoffe deshalb sogar im Blut nachgewiesen werden. Deshalb sollten nur hochwertige ätherische Öle natürlichen Ursprungs oder Aufgüsse aus den entsprechenden Heilpflanzen verwendet werden. Bei Kinderbädern ist allerdings Vorsicht geboten. Ätherische Öle dürfen bei Kleinkindern bis zu zwei Jahren nicht angewendet werden, denn sie können zu starken Lungenreizungen und Atemproblemen führen. Wichtig ist aber, dass auch bei Erwachsenen die empfohlenen Höchstdosen nicht überschritten werden, denn in Überdosis können die Öle zu Reizungen der Haut und Schleimhäute führen. In der Schwangerschaft sollte prinzipiell auf sehr heiße Wannenbäder verzichtet werden. Auch Rosmarin oder Wachholder ist als Badezusatz während der Schwangerschaft tabu.

Auf die richtige Temperatur kommt es an

urch die gewählte Temperatur kann die Wirkung der Badezusätze noch verstärkt werden. Wer abends noch etwas vor hat, sollte eher eine kühle Badetemperatur (maximal 36 Grad Celsius) bevorzugen und anschließend wechselwarm duschen – das macht fit. Wer nach dem Bad entspannt in die Kissen sinken möchte, darf bei 37 bis 39 Grad in der Wanne dösen.

So wird die Wanne zum Whirlpool

Selbst in einem Standard-Bad kann man in den Genuss eines Whirlpools kommen. Sprudeltabletten, die prickelnde und herrlich duftende Kohlensäureperlen abgeben, werden inzwischen von verschiedenen Kosmetikfirmen angeboten. Eine noch stärkere Wirkung haben medizinische Kohlensäurebäder. Diese verbessern nachweislich die Durchblutung, erweitern die Gefäße und können den Blutdruck senken. Wer bereits zu niedrigem Blutdruck neigt, sollte den prickelnden Badespass zunächst einmal nur ein paar Minuten ausprobieren. Die Badetemperatur darf hier ruhig etwas niedriger liegen, die Kohlensäurebläschen sorgen für ein angenehm warmes Gefühl.

Bäder - Qual oder Wohltat für die Haut?

Doch schadet das Baden nicht der Haut, trocknet Wasser sie nicht aus und begünstigt Hautkrankheiten? „Während die Dermatologengeneration zwischen den Weltkriegen bei nahezu allen Hautkrankheiten ein Bade- und Waschverbot empfahl, sind heute die Vorzüge der Badetherapie allgemein bekannt," weiß Professor Dr. Wolfgang Küster, ärztlicher Direktor der TOMESA-Fachklinik für Haut- und Gelenkerkrankungen im hessischen Bad Salzschlirf. Bei Hautproblemen ist der Badezusatz besonders wichtig. "Salzbäder haben einen positiven Einfluss auf Erkrankungen, die mit einer verstärkten Verhornung oder Schuppenbildung einhergehen, Gerbstoffe, Weizenkleie oder Molke wirken beruhigend auf entzündete Haut," empfiehlt Prof. Küster. "Allerdings muss bei sehr trockener Haut bedacht werden, dass zu langes oder sehr heißes Baden die Trockenheit verstärken kann." Hier sollte das Wasser nur etwa 35 C° warm sein, die Badedauer nicht mehr als zehn Minuten betragen und rückfettende Badezusätze bevorzugt werden.

Baden wie eine Königin

Eine hervorragende Wirkung bei trockener Haut hat das Kleopatrabad. Hierzu vermischt man mit dem Handmixer eine Tasse Sahne mit einer halben Tasse Olivenöl und eventuell noch mit ein bis zwei Tropfen ätherischer Öle und gibt die Mischung dem Badewasser zu. Allerdings ist hier etwas Vorsicht geboten, denn durch das Olivenöl kann die Wanne etwas glitschig werden und das Öl hinterlässt oft fettige Ränder an der Wanne. Diese unangenehmen Nebenwirkungen lassen sich umgehen, wenn statt der pflanzlichen Öle fertige Ölbadzusätze verwendet werden. Die rückfettende Wirkung ist allerdings hierbei nicht ganz so stark.

 
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