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(dtr). Geht der Flug in tropische Länder, sind die Reisenden meist gut über gesundheitliche Risiken informiert. Aber beim Ausflug an den heimischen See? Lästige Hautprobleme wie Sonnenallergie oder entzündete Insektenstiche kann man sich überall zuziehen. Allein die sogenannte Mallorca-Akne trifft bereits jeden Zehnten. „In jedem Fall ist es zu empfehlen, bei jeglicher Art von Hautveränderung, die während oder nach dem Urlaub auftritt, einen erfahrenen Hautarzt aufzusuchen", so Dr. Elisabeth Rowe aus Berlin.

Pusteln nach dem Sonnenbad

Für viele Sonnenempfindliche kommt der Schreck schon nach dem ersten Badetag: Dekolletee, Schultern und Arme sind mit juckenden, roten Pusteln übersät. Diese Hautreaktion kann eine sogenannte „Mallorca-Akne" sein, eine häufige Form der Sonnenallergie. Sie ereilt einen jedoch nicht nur auf der spanischen Ferieninsel. Ursache der „Mallorca-Akne" ist die Wechselwirkung von Kosmetika oder Medikamenten mit der Sonne. „Um einer Sonnenallergie vorzubeugen, sollte man einige Tage vor Reisebeginn die gesamte Hautpflege auf lipid- und emulgatorfreie Pflegeprodukte umstellen und im Urlaub nur fettfreie Lichtschutzmittel benutzen", empfiehlt Dr. Rowe.

Nicht im Seichten schwimmen!

An einigen Badeseen sind Heimurlauber regelmäßig von der sogenannten Zerkarien-Dermatitis betroffen. Verursacher dieser juckenden Hautreaktion sind Saugwurm-Larven, die Zerkarien, die sich bevorzugt im seichten Uferbereich auch großer Süßwasser-Seen aufhalten. Die Larven können in die Haut der Badegäste eindringen und schon nach wenigen Minuten einen heftigen Juckreiz auslösen. Später bilden sich rote Quaddeln. „Die Zerkarien-Dermatitis ist überwiegend harmlos, aber lästig: Der Juckreiz klingt erst nach etwa 10-20 Tagen ab", so Rowe. Betroffen sind vor allem Kinder, die längere Zeit in Ufernähe spielen.

An Land: Läuse und Insektenbiss

Erscheint die Urlaubsunterkunft nicht ganz sauber, ist Vorsicht geboten: Läuse, Milben und Flöhe fühlen sich unter schlechten hygienische Bedingungen am wohlsten. Beim Menschen verursachen sie stark juckende Hautreaktionen. „Durch sorgfältige Körperhygiene und häufigen Kleiderwechsel kann man den Parasitenbefall meist unter Kontrolle bringen. Ansonsten: Den Hautarzt um Rat fragen", rät Dr. Rowe. Gefährlicher kann der Insektenstich sein. Meist verursacht er nur stark juckende, oft aber auch allergische Reaktionen. „Viele Insekten übertragen Krankheitserreger. Dann entstehen häufig eitrige Entzündungen oder offene Stellen, die man hautärztlich behandeln lassen sollte", so die Expertin.

Am Strand: "Hautmaulwurf" und Meeresgetier

An mit Tierkot verunreinigten Stränden kommt es häufig zur Infektion mit dem sogenannten „Hautmaulwurf". Diese Larve des Hakenwurms lebt im Darm von Hunden und Katzen. Beim Menschen dringt sie in die obere Hautschicht ein und verursacht starken Juckreiz. „Viele Patienten bekommen Panik, weil die Larve unter der Haut sichtbar wandert, aber das ist nicht gefährlich und die Infektion heilt von alleine ab", erklärt Rowe. Die Begegnung mit Meerestieren, wie z.B. Feuerquallen ist zwar unangenehm, aber selten gefährlich. Aufpassen sollte man hingegen bei den Quallen tropischer und subtropischer Meere sowie bei giftigen Tieren wie Seeigel oder Stachelrochen. Bei Verletzungen gilt: Vorsichtshalber den Hautarzt aufsuchen.

Bei Hautveränderungen den Hautarzt aufsuchen

Wer nach der Rückkehr an unerklärlichen Beschwerden wie Hautausschlag, Juckreiz oder Bläschen leidet, sollte unbedingt einen Hautarzt aufsuchen und ihn über die Reise informieren. Um Hautproblemen im Urlaub zukünftig vorzubeugen rät Rowe: „Am Besten schon vor Reiseantritt bei einem Dermatologen über mögliche Risiken und Hautschutz im Urlaub informieren."

  • Verwenden Sie den richtigen Sonnenschutz: Sonnenbrand und Allergien beugen Sie mit fett- und emulgatorfreien Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor vor.
  • Laufen Sie nicht barfuß (zur Vermeidung von Insektenstichen, Hakenwurminfektionen oder Bissen durch Gifttiere).
  • Tragen Sie abends langärmelige Kleidung und lange Hosen (Schutz vor Insektenstichen, z.B. durch die Malariamücke).
  • Vermeiden Sie das Schwimmen und Baden in seichten Gewässern (Süßwasser). Hier droht Infektionsgefahr durch Saugwurm-Larven.
  • Bei Laus- und Flohbefall: Duschen Sie sich morgens und abends gründlich ab, wechseln und waschen Sie häufig Ihre Kleidung.
 
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