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fzm - Ein einmal wöchentlicher Telefonanruf kann Menschen mit Typ-2-Diabetes mellitus motivieren, sich mehr zu bewegen und ihre Gesundheit zu fördern. In einer jetzt in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" veröffentlichten Studie nahmen die Patienten in wenigen Wochen an Gewicht ab. Auch die für die Zuckerkrankheit verantwortlichen Stoffwechselstörungen besserten sich.
Lassen Sie das Auto öfter stehen! Meiden Sie Fahrstühle! Erledigen Sie Einkäufe zu Fuß! Engagieren Sie sich stärker im Haushalt und bei der Gartenarbeit! Gehen Sie doch häufiger spazieren! Diese und andere Ratschläge hat schon jeder Patient mit Alterszucker (Typ-2-Diabetes mellitus) gehört, doch kaum einer hält sich daran. Obwohl alle wissen, dass Bewegungsmangel und Übergewicht eine wichtige Ursache ihrer Erkrankung sind. Viele Ärzte und Patienten haben resigniert. Doch es könnte eine Möglichkeit geben, den inneren Widerstand zu überwinden, und Diabetiker zu mehr Bewegung zu motivieren. Telefoninterventionen werden in den USA seit einiger Zeit erfolgreich praktiziert, erläutert Dr. Heike Richter vom Institut für Sport und Sportwissenschaft an der Universität Kiel und Kollegen. Die Forschungsgruppe aus Sportmedizinern und Diabetologen haben die Methode jetzt erstmals an Patienten aus Deutschland erprobt. Einmal in der Woche erhielten die 22 Teilnehmer seiner Pilotstudie einen Anruf. Am Apparat war immer der gleiche Mitarbeiter des Forscherteams. Er stellte immer die gleichen zehn Fragen zum Bewegungsverhalten der letzten Woche. Am Ende erfolgte noch eine Erinnerung daran, wie wichtig körperliche Aktivität für Zuckerkranke ist. Das war den Patienten auch während einer Schulung zu Beginn der Studie vermittelt worden. Doch erst die kurzen Telefonate schienen sie zu motivieren, das Gelernte auch umzusetzen. Als die Diabetiker nach zwölf Wochen wieder zu ihren Ärzten einbestellt wurden, hatten sie – ohne jegliche Diät – 1,3 Kilo abgenommen, während die Teilnehmer einer Kontrollgruppe (mit Schulung, aber ohne Anrufe) 0,8 kg zugelegt hatten. Auch in der Taille waren die Studienteilnehmer schlanker geworden: 2,1 cm betrug hier der Unterschied zur Vergleichsgruppe. Blutdruck und Cholesterinwert waren gesunken. Auch der Blutzucker war niedriger als in der Kontrollgruppe. Dr. Richter spricht deshalb von einem Erfolg. Die Telefonintervention habe das Risikoprofil der Patienten verbessert. Die Erfahrungen aus den US-amerikanischen Studien hätten sich bestätigt. In einem nächsten Schritt sollte die Telefonintervention an einer größeren Gruppe über einen längeren Zeitraum untersucht werden, fordert der Sportmediziner. Danach könnte ein flächendeckender Einsatz der Telefonintervention über die bestehenden Diabetesschwerpunktpraxen in Frage kommen. Ebenso könnte sich eine Einbeziehung in Disease-Management-Programme aufgrund der zu erwartenden langfristigen Kostenersparnisse für die Krankenkassen auszahlen, glaubt die Expertin. Quelle: H. Richter et al.: Telefonintervention bei Typ-2-Diabetikern. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133 (43): S. 2203-2208 Bild: (c) Bernd Boscolo / pixelio |