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Aktivurlaub hilft Patienten mit Metabolischem Syndrom Drucken E-Mail

(fzm) Menschen, die am metabolischen Syndrom (MetS) leiden, haben ein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das tödliche Quartett aus Fettleibigkeit, erhöhtem Blutzucker, Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck kann mit Hilfe von Nahrungseinschränkungen und körperlicher Aktivität therapiert werden.

Insbesondere ein gezieltes Bewegungsprogramm stelle nach neuesten Erkenntnissen einen Schlüsselfaktor zur Bekämpfung des metabolischen Syndroms dar, betont Professor Wolfgang Schobersberger in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Aktuelle Ernährungsmedizin" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2008).

Professor Schobersberger vom Institut für Urlaubs-, Reise- und Höhenmedizin der Universität für Gesundheitswissenschaften in Hall in Tirol und Wissenschaftler vom Bregenzer Forschungsinstitut für Freizeitmedizin und Gesundheitstourismus riefen im Jahr 2000 das AMAS-Projekt ins Leben, das den positiven Effekt von Urlaub und körperlicher Aktivität auf die Symptome des metabolischen Syndroms untersuchen sollte.

Schobersberger et al. quartierten Patienten mit MetS für drei Wochen in Wellnesshotels, die sowohl im Tal als auch in mittleren Höhen lagen, ein. Innerhalb der drei Urlaubswochen führten die Teilnehmer – begleitet von Sportwissenschaftlern – ein individuell abgestimmtes Wanderprogramm durch. Vor allem die Bewegungsabläufe des Wanderns oder des Nordic Walkings hätten sich auf Grund ihrer "moderaten Belastungsintensitäten" insbesondere für Untrainierte angeboten. Im Bereich Ernährung habe es weder Einschränkungen noch Vorgaben gegeben, so die Experten.

"Erstaunlich war die Tatsache, dass die Fettmasse ohne eigentliches Ernährungsprogramm nach den drei Wochen vermindert war. Ferner fanden wir eine Abnahme des Taillenumfangs um etwa zwei Zentimeter", fassen die Autoren die Ergebnisse der AMAS-Studie zusammen. Ein Rückgang des Blutdrucks, eine Verminderung des Gesamtcholesterins sowie ein erhöhtes Wohlbefinden und eine verbesserte Stimmung bei den Teilnehmern zählten ebenfalls zu den positiven Effekten des Aktivurlaubs.

Schobersberger et al. sehen im betreuten und individuellen Gesundheitsurlaub insgesamt eine Chance für eine Änderung des Lebensstils bei Patienten mit MetS. Allerdings sei mit einer "Nachhaltigkeit" nur dann zu rechnen, wenn es den Verantwortlichen, das heißt dem betreuenden Arzt oder Coach, während des Urlaubs gelänge, die "Botschaft der therapeutischen Möglichkeiten von Ernährung plus Bewegung" zu vermitteln. Der Ferienaufenthalt fern von daheim und dem Alltagsgeschehen könne einem Umdenken bei den Betroffenen förderlich sein und ermögliche ihnen, die positiven Auswirkungen und ihr neues Wissen am Heimatort in die Praxis umzusetzen, so die Autoren.

Quelle: W. Schobersberger et al.: Urlaub als Chance zur Lifestyle-Änderung beim metabolischen Syndrom. Aktuelle Ernährungsmedizin 2008; 33 (3): S. 132-137

 
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