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Senioren: Krafttraining gegen Bluthochdruck |
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fzm - Hanteltraining und Klimmzüge waren für Menschen mit hohem Blutdruck (Hypertoniker) bislang tabu. Um die Kraftstationen der Fitnessstudios sollten sie besser einen großen Bogen machen, warnten die Ärzte ihre Patienten. Dem widerspricht jetzt ein Sportmediziner.
Professor Burkhard Weisser von der Universität Kiel fordert in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) Hypertoniker auf, vermehrt Krafttraining zu betreiben, wobei er Senioren ausdrücklich einschließt. Bislang raten Ärzte Hypertonikern zum Ausdauertraining auf dem Ergometer. Während des Trainings steigt der Blutdruck zwar an, dies geschieht jedoch in Abhängigkeit zur Belastung, die entsprechend gesteuert werden kann. Beim Krafttraining befürchteten die Ärzte hingegen kurzfristige überschießende Blutdruckspitzen, die bei vorgeschädigten Arterien Herzinfarkt oder Schlaganfälle auslösen könnten. Diese Angst ist unbegründet, sagt Professor Weisser, der mehrere Studien mit älteren Hypertonikern durchgeführt hat. Sie zeigen: Solange die Patienten eine Pressatmung vermeiden, steigt der Blutdruck beim Krafttraining weniger stark an als beim Ausdauertraining. Langfristig würde der Kraftsport den Blutdruck ebenso senken wie Ausdauersport und dadurch Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Kraftsport hat laut Professor Weisser noch einen Zusatznutzen: Die Stärkung der Muskulatur könnte älteren Menschen helfen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten und nicht zum Pflegefall zu werden. Check-up vor dem SportVoraussetzung sei aber, dass das Krafttraining kontrolliert durchgeführt wird. Neueinsteigern rät Professor Weisser unbedingt zu einer sportmedizinischen Eingangsuntersuchung. Ein bestehender Bluthochdruck sollte mit Medikamenten "eingestellt" werden, bevor die Senioren das erste Mal das Fitnessstudio aufsuchen oder zuhause trainieren. Professor Weisser rät zu Trainingsgeräten mit geführten Bewegungen. Das Verletzungsrisiko sei dann geringer als beim Training mit Hanteln und Kabelzügen. Die Senioren sollten mit geringen Gewichten beginnen und längere Pausen einlegen. Die Muskulatur benötige im Alter längere Erholungszeiten. Wer zwei bis dreimal pro Woche trainiere, könne nach drei bis vier Wochen mit einem individuellen Kraftausdauertraining (40 bis 60 Prozent der Maximallkraft) oder sogar mit einem submaximalen Krafttraining (60 bis 80 Prozent der Maximalkraft) beginnen. Gerade Senioren sollte jedoch nicht übertreiben und sich vor dem Training mit Gymnastik langsam aufwärmen sowie nach einer Trainingseinheit durch lockeres Auslaufen sich wieder abwärmen. M. Siewers, B. Weisser: Krafttraining und arterielle Hypertonie. Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007; 132 (46): S. 2449-2452 |