Geist & Psyche

Atmen Sie den Stress weg

Stress kann uns im wahrsten Sinne des Wortes die Luft wegnehmen. Doch mit der richtigen Atemtechnik lassen sich Stresssymptome mildern. Unsere Atmung wird unter anderem beeinflusst von unserer Körperhaltung, der Gewohnheit und der psychischen Verfassung.

Stress kann uns im wahrsten Sinne des Wortes die Luft wegnehmen. Wenn Sorgen und Ärger überhand nehmen, verkrampfen sich Bauchmuskeln und Zwerchfell, die Lunge kann sich nicht optimal ausdehnen, die Atmung wird flacher und schneller, die Sauerstoffversorgung schlechter.
    
Oft werden dann nur die oberen Anteile der Lungenflügel mit sauerstoffreicher Luft gefüllt und große Teile der Lunge bleiben ungenutzt. Bei dieser oberflächlichen Stressatmung heben sich typischerweise die Schultern, die Brust wird herausgedrückt und der Bauch eingezogen. In extremen Anspannungssituationen kann diese falsche Atmung sogar zum sogenannten Hyperventilationssyndrom führen, welches sich durch Beklemmungsgefühl in der Brust, Kribbeln im Gesicht und an den Händen, Atemnot und Kopfschmerzen äußert.

Ein entspannter Mensch hingegen atmet tief und langsam ein und aus. "Erst mal tief durchatmen", ist deshalb ein gutgemeinter und sehr hilfreicher Rat, wenn der Stress uns zu überrollen scheint.

Die Atmung ist die einzige unbewusst ablaufende Körperfunktion, die wir auch willentlich beeinflussen können. Um die ganze Kapazität der Lunge zu nutzen, müssen auch die unteren Teile der Lunge beatmet werden.
Das geht nur, wenn wir aus dem Bauch heraus atmen. Um die richtige Atemtechnik zu überprüfen, legen Sie die Hände in die Taille, die Fingerspitzen sollten in Richtung Nabel zeigen. Atmen Sie nun so ein, dass Sie mit den Fingern spüren, wie sich der Bauch ausdehnt und zusammenzieht. Vermeiden Sie es aber, die Schultern zu heben. Strecken Sie dabei bewusst den Bauch raus, atmen Sie rhythmisch ein und aus.

Tiefes Atmen veranlasst den Organismus, vermehrt das beruhigende Glückshormon Endorphin auszuschütten. Bereits fünf bis sechs bewusste Atemzüge reichen oft aus, eine Distanz zum Stress zu schaffen. Bei der entspannenden Bauchatmung wird der Solarplexus massiert. Dieses Nervennetz, auch Sonnengeflecht genannt, liegt im oberen Bauchraum und regt das beruhigende parasympathische Nervensystem an. Dadurch werden nervöse Spannungen gelöst, Unruhe abgebaut.

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