Geist & Psyche
Ginko und Gedichte fürs Gehirn
Vergesslichkeit, Demenz, Alzheimer-Erkrankung – immer mehr Menschen leiden unter nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit. Neben einem altersbedingten Abbau sind vor allem mangelndes Training, Erkrankungen und zu geringe Flüssigkeitszufuhr schuld am "Löchrigen Gedächtnis".Mit dem richtigen Training kann unser Gehirn aber bis ins hohe Alter leistungsfähig bleiben, doch schon wenige Tage Faulenzen lässt den IQ absinken. Langweile, Lethargie, Eintönigkeit im Beruf und Privatleben, Fehlen neuer Eindrücke führen zu einem raschen Abbau der nicht genutzten Hirnkapazität. Der Intelligenzquotient (IQ) kann schon während eines dreiwöchigen, langweiligen Krankenhausaufenthalts um bis zu 30 Prozentpunkte abnehmen.
Während niemand anzweifelt, dass körperliche Fähigkeiten wie Ausdauer, Beweglichkeit, Balanciervermögen, aber auch die Ausdruckskraft der Stimme und die Sensibilität der Geschmacksnerven durch regelmäßiges Training verbessert werden können, wurde "Gehirntraining" lange von ernsthaften Wissenschaftlern belächelt. Inzwischen steht aber fest, dass unser Gehirn, ähnlich wie ein Muskel, nicht nur trainierbar ist, sondern sogar trainiert werden muss, wenn es seine Leistungsfähigkeit in jedem Alter beibehalten soll.
Altern bedeutet zudem nicht automatisch einen Verlust der geistigen Fähigkeiten. Unser Gehirn ist sogar ziemlich zäh: Von den 100 Milliarden Nervenzellen gehen unter normalen Umständen noch nicht einmal fünf Prozent bis zum 75. Geburtstag zugrunde. Schon ein tägliches, zehnminütiges Training kann entscheidend zur "Hirnfitness" beitragen.
Die Ergebnisse einer aufsehenerregenden amerikanischen Langzeitstudie bestätigen das. Der Psychologe Warner Schaie, tätig an der Pennsylvania State University, beobachtete über einen Zeitraum von 35 Jahren 5000 Männer und Frauen. Getestet wurden in regelmäßigen Abständen verschiedene geistige Fähigkeiten wie Argumentationsfähigkeit, Sprachvermögen und Orientierung. Ein deutlicher Abfall der Hirnleistungsfähigkeit zeigte sich nur bei den Personen, die sich schon immer gerne berieseln ließen, ein relativ eintöniges Leben geführt haben und schon in jungen Jahren geistig unbeweglich und träge waren. Die regen Testpersonen konnten ihre geistige Flexibilität über lange Zeit fast konstant halten.
Tipps fürs Gehirnjogging
- Trinken Sie ausreichend! Täglich sollten sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, im Sommer 2,5 Liter. Alkoholische Getränke und Kaffee dürfen Sie bei der Bilanz allerdings nicht berücksichtigen
- Lösen Sie deshalb täglich mindestens zehn Minuten Kreuzworträtsel, spielen Sie öfters mal wieder Schach oder Memory
- Lernen Sie jeden Tag ein kurzes Gedicht auswendig
- Erledigen Sie Einkäufe ohne Zettel
- Lernen Sie eine neue Sprache
- Unterstützen Sie Ihr Gehirn mit pflanzlichen Wirkstoffen. Die Einnahme von 240 mg Gingko-Extrakten (z.B. Tebonin) über vier Wochen konnte in einer Untersuchung an 66 "hirngesunden" Studienteilnehmern zwischen 50 und 65 Jahren die Stimmung, die Motorik und die geistige Leistungsfähigkeit verbessern.
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